Archiv der Kategorie 'Termine'

NSU in Zwickau: Kein Gras drüber wachsen lassen! Gegen Nazi-Terror und den rassistischen Normalzustand.

#irgendwoindeutschland

In der aktuellen Pólemos ist ein interessanter Artikel zum Themenkomplex NSU erschienen. Es wird das, durch Konkurrenz geprägte, Verhältnis zwischen den verschiedenen Geheimdiensten und Kriminalämtern auf Landes- und Bundesebene beschrieben, wodurch etwas deutlicher wird wie das völlige Versagen der Staatsorgane zustande kam, ohne eine rassistische Verschwörung bemühen zu müssen. Leider ist der Artikel „Konkurrenz der Banden. Zum Verhältnis von Staat und NSU im postnazistischen Deutschland“ von Daniel Poensgen nicht online zugänlich.
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Zwischendurch war ich sehr ambitioniert hier wieder mehr zu schreiben, aber dann kam mir mein Passwort abhanden. Als ich es dann wieder hatte war die Lethargie wiedergekehrt, die es nur zulässt bei tumblr ein paar Bildchen zu teilen.

„Antisemit, das geht nicht unter Menschen“

etwas spät aber ich möchte noch diese Veranstaltung empfehlen. Der erste Band ist auf jeden Fall sehr lesenswert, ich hoffe heute Abend auch den zweiten Band dort bekommen zu können.

„Antisemit, das geht nicht unter Menschen“ (Gustav Landauer) – Anarchistische Positionen zu Antisemitismus, Zionismus und Israel
Buchvorstellung und Diskussion mit Jürgen Mümken

„Trotzdem sind die israelischen Genossen, genauso wie andere Strömungen, dazu gezwungen, die Tatsache zu akzeptieren, dass Israel verteidigt werden muss. Am Tag nach der Ausrufung des Staates Israel (15. Mai 1948) drohte Assam Pasha, der Generalsekretär der Arabischen Liga: „Dies wird ein Vernichtungskrieg mit Massakern wie beim Mongolensturm und den Kreuzzügen.“ In Diskussionen mit israelischen Anarchisten wurde betont, dass die einseitige Auflösung des israelischen Staates überhaupt nicht anarchistisch wäre. Es würde im Gegenteil nur die ungeheure Macht der arabischen Staaten noch vergrößern und ihre Pläne zur Eroberung Israels beschleunigen. […]Die Notwendigkeit der Verteidigung Israels ist – wie unsere Genossen freimütig bestätigten – keineswegs dazu angetan, die konzentrierte Macht des Staates zu beschneiden. Vielmehr bedingt sie die Umsetzung der militärischen, wirtschaftlichen, rechtlichen und sozialen Maßnahmen, die unverzichtbar sind, um Israel in ständiger Verteidigungsbereitschaft zu halten. Solche Kriegsvorbereitungen verstärken den Hang zum Despotismus, ein Kennzeichen jedes Staates, anstatt ihn abzuschwächen. Die israelischen Anarchisten (und Nichtanarchisten ebenso) wissen nur zu gut, dass die Beschneidung der Staatsmacht unter solchen Umständen keine echte Alternative ist. Aber sie fühlen sich als Anarchisten moralisch verpflichtet, sich so gut es geht gegen den zunehmenden Despotismus des israelischen Staates zu wehren.“
Sam Dolgoff (1986)

Buchvorstellung und Diskussion mit Jürgen Mümken

„Antisemit, das geht nicht unter Menschen“.
Anarchistische Positionen zu Antisemitismus, Zionismus und Israel
Jürgen Mümken | Siegbert Wolf (Hrsg.)
Band 1: Von Proudhon bis zur Staatsgründung
Band 2: Von der Staatsgründung bis heute

erschienen bei Verlag Edition AV
Einlass & Essen: 19.00 Uhr
Beginn: 20.00 Uhr

Eine Veranstaltung der Libertären Bibliothek Hamburg

Die Veranstaltung bei Facebook | Homepage von Jürgen Mümken

verfrühte Abwesenheitsnotiz

Der neue Stern am hamburger Politgruppenhimmel macht eine Veranstaltungsreihe und ich bin nicht da… kein sehen und gesehen werden für mich…

mehr Infos Hier

Dafür bin ich in den 2 Wochen in Schottland. Yay!

Und am Donnerstag werde ich die Gelegenheit nutzen im Polittbüro ‚Der eindimensionale Mensch wird fünfzig.‘ von Thomas Ebermann und Co. anzusehen. Auch Yay!

anarchistische Veranstaltung zur Ukraine

Info- und Diskussionsabend mit einer anarchistischen Mitstreiter_in aus der Ukraine über die aktuelle Situation vor Ort

Eine Anarchist_in aus Kiew wird über die neue Situation für Anarchist_innen und Antifaschist_innen berichten. Außerdem wird sie von der Situation mit Rußland auf der Krim und der Rechten erzählen. Danach wird es Soli-Kneipe für die Mitstreiter_innen in der Ukraine geben bei der es Raum zum Austausch gibt.

Freitag 14.03. um 19:30 Uhr im LIZ (Libertäres Zentrum, Karolinenstr. 21 Hinterhaus U2 Messehallen

Ich würde hingehen, wäre ich nicht im Urlaub. Yay!

Entscheidungen

1. Feindbild | Islam | Kritik – Was wollen die Deutschen vom Islam?

Um die fünf Prozent der in Deutschland lebenden Menschen gelten offiziell als Muslime. Sie sind damit die mit Abstand größte identifizierbare Gruppe für Leute, die schon immer etwas gegen Ausländer hatten, und wer vor zwanzig Jahren gegen Überfremdung agitierte, jammert heute meist über die fortschreitende Islamisierung. Andererseits ist Sympathie für den Islam von ganz links bis ganz rechts verbreitet. Zwei Seiten derselben Medaille? Wie ist die staatliche Migrations- und Flüchtlingspolitik darin zu verorten? Fehlt es an emanzipatorischer Kritik am Islam, gar an Verteidigung der Aufklärung, oder ist ›Islamkritik‹ einfach die aktuell vorherrschende Erscheinungsform des Rassismus der Mehrheitsgesellschaft – also die Mobilisierung zu Schlimmerem? Gibt es gar einen spezifisch antimuslimischen Rassismus, analog zum Antisemitismus? Was motiviert die ethnodeutschen Islamfeinde – und was seine Freunde?

Es diskutieren Kay Sokolowsky, Autor der Zeitschrift Konkret und des Buches Feindbild Moslem (Rotbuch, 2009), und Lars Quadfasel, Hamburger Studienbibliothek und ebenfalls Konkret-Autor. Moderation: Olaf Kistenmacher.

Donnerstag, 17. Oktober 2013, 19.00 Uhr, Golem, Große Elbstraße 14

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2. Auf dem Weg zur Volksgemeinschaft? Nationalistische Krisenbewältigung in Ungarn

Große Umbrüche vollziehen sich derzeit in Ungarn. Was der seit 2010 mit einer Zweidrittelmehrheit regierende Fidesz als »nationale Revolution« bezeichnet, ist Ausdruck einer völkischen Agenda, die alle Bereiche der Gesellschaft erfasst hat. Dazu trägt auch die faschistische Jobbik bei, die als drittstärkste Kraft im Parlament und mit ihren Garden das gesellschaftliche Klime maßgeblich mitprägt.

Zu den zentralen Themen beider Parteien gehört die Wirtschaftspolitik, wähnt man das Land, das bereits 2008 in die Krise schlitterte, doch im Würgegriff des ausländischen Kapitals. Entsprechend propagiert die Regierung einen „wirtschaftlichen Befreiungskampf“, den sie als Alternative zur ruinösen Krisenpolitik der EU versteht. Keine bloße Rhetorik. Tatsächlich baut der Fidesz die Wirtschaft und das Sozialsystem grundlegend um, wobei sich zunehmend Aspekte einer Volksgemeinschaft herausschälen: „Kampf gegen die Banken“, Krisensteuern für ausländische Multis, Nationalisierung von Betrieben, Entrechtung der Gewerkschaften, Arbeitszwang… Um nur ein paar Schlagwörter zu nennen. Zuletzt gipfelte diese Politik im „Rausschmiss“ des IWF aus Ungarn und der frühzeitigen Rückzahlung der Kredite. Damit ist angezeigt, dass die Regierung mit ihren wirtschaftlichen „Experimenten“, wie sie es nennt, durchaus erfolgreich sein könnte. Und darin besteht zugleich die größte Gefahr, könnte das Labor Ungarn doch eine Vorreiterrolle einnehmen und die Alternative völkischer Wirtschaftspolitik salonfähig machen.

Der Vortrag erläutert die Hintergründe und Kernelemente der ungarischen Wirtschaftspolitik und stellt dar, wie diese von der völkischen Ideologie eingespeist ist. Er versucht sich zudem an einer Analyse, wie sich der sozioökonomische Umbau des Landes in der Tiefe des gesellschaftlichen Raums auswirkt, insbesondere welche Rolle er bei der Faschisierung des Landes spielt, aber auch, welche Bedeutung dem im europäischen Krisengefüge zukommt.

Der Referent, Holger Marcks, ist Soziologe an der Uni Frankfurt und Co-Autor des Buches „Mit Pfeil, Kreuz und Krone. Nationalismus und autoritäre Krisenbewältigung in Ungarn“ (Unrast 2013)

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