Öffentlich rechtlicher Antzionismus

Der Antisemitismus ist stärker als ich gedacht habe. Das ist mein Fazit nach der Antisemitismus-Doku die heute Abend im WDR gezeigt wurde. Nicht weil das gezeigte so neu gewesen wäre, sondern die Art und Weise wie die Doku präsentiert wurde. Alleine schon die Distanzierung die vorab gezeigt wurde, so als würde im folgenden die übelste Propaganda gespielt werden. Dann läuft immer wieder der Hinweis auf den Fakten-Check durchs Bild. Die gesamte Glaubwürdigkeit des Films wird dadurch in Zweifel gezogen und die wenigsten werden sich wahrscheinlich die Mühe machen dort auch mal zu lesen welche Fakten vom WDR als fragwürdig Empfunden werden. Dort geht es dann darum ob Richard Wagners Antisemitismus ein rassistischer war, wobei dieser „in der neueren Forschung nun gerade als nicht rassistisch bewertet wird, sondern vielmehr die „Erlösungsidee“ Wagners gegen den damals formulierten Rassegedanken“. Außerdem wird klar gestellt: „Evangelische und Katholische Kirche haben sich längst von antijudaistischen Ressentiments distanziert.“ Wie beruhigend.
Auch die Ehre der Linken wird gerettet, denn diese haben sich, entgegen der Aussage von Grigat, sehr wohl mit dem Faschismus beschäftigt und nicht so getan als wäre wieder 1932. Vielleicht war der Ausschnitt aus dem Interview wirklich zu kurz, aber hätten die Redakteure des Abends sich die Mühe gemacht ihre Fakten zu checken würden sie wissen, dass der Vorwurf nicht ist die Linke würde so tun als hätte es den Nationalsozialismus nie gegeben.
Es geht also im wesentlichen nicht um Fakten die falsch sind, sondern um umstrittene Behauptungen. Und solche sind da um sich über diese zu streiten und nicht um sie als falsche Fakten abzutun.
Es drängt sich also ganz massiv ein Gedanke auf und ich habe mich gewundert, dass Wolffsohn diesen nicht ausgesprochen hatte: die Doku wurde nicht gezeigt, weil ein großer Teil der Entscheidungsträger_innen bei WDR und Arte die Sicht der in der Dokumentation kritisierten teilen.
Das wird unterstrichen durch die Gesprächsrunde bei Maischberger im Anschluss, wo sich die Antizionist_innen, oder Israelkritiker_innen, die Bälle zuspielen können und deutlich die Mehrheit auf dem Platz stellen.
So sieht also die Auseinandersetzung mit Antisemitismus im öffentlich rechtlichen Fernsehen aus. Erschreckend.

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