zum Hamburger Fest der Befreiung

Der achte Mai hat sich in der Linken als Feiertag mitlerweile etabliert. Aber wie es so kommt, nicht so wie es sich mal von emanzipatroischer Seite gewünscht wurde.

In Hamburg gab es am 7. Mai bereits das „Fest der Befreiung“ vom Hamburger Bündnis „8. Mai 2016″ in dem immerhin auch Namhafte Organisationen wie die AG Neuengamme, das Auschwitz-Komitee in der Bundesrepublik Deutschland e.V., GEW Hamburg, Hamburger Bündnis gegen Rechts oder VVN-BdA Hamburg vertreten sind.

Der großteil des zugehörigen Aufrufs ist das übliche und soll nicht weiter beachtet werden. Es ist jedoch erstaunlich wie im Bezug auf den 8. Mai, also der Niederschlagung Deutschlands ganz wesentlich durch die Alliierten Streitkräfte, unter der Überschrift „Kriege stoppen!“ ein platter antiamerikanischer Antimilitarismus zusammengezimmert wird. Natürlich ist jeder Krieg zu stoppen bevor er ausbricht, so banal wie schwierig umzusetzen. In diesem Zusammenhang könnte zum Beispiel über das Appeasement gesprochen werden, dass dem Zweiten Weltkrieg vorangegangen ist.

In der Logik der traditionellen Antiimperialisten hat Krieg heutzutage jedoch nur eine Grundlage: die Machenschaften des Westens. In dem Aufruf richtet sich das nun wenigstens im wesentlichen gegen die Bundeswehr, aber auch bei der Nachfolgearmee der Wehrmacht stellt sich die Frage, ob sich die Lage der Menschen in Syrien bessern würde, wenn die Bundeswehr sich zusammen mit den anderen westlichen Armeen raushalten würde. Krieg hört halt nicht auf, wenn der Westen nicht interveniert. Wie die westlichen Staaten sich in verschiedenster Weise in der Vergangenheit im Sinne der Freiheit falsch verhalten haben und auch gegenwärtig falsch verhalten ist eine andere Diskussion die für die radikale Linke eigentlich auch keine allzugroße Rolle spielen muss da diese da sowieso nicht viel mitzureden hat. Aber das „Bündnis 8. Mai“ ist sich sicher: „Kriege lösen keine Probleme. Sie schaffen und vergrößern Hass, Leid und Not…“. Oft genug sicherlich richtig, im zusammenhang mit dem 8. Mai blamiert sich diese Aussage aber bereits.

Bei einem allgemeinen Antimilitarismus bleibt das Bündnis aber nicht stehen. Denn ohne die USA zu nennen kommt das antiamerikanische Weltbild in der den Aufruf abschließenden Forderung zu Tage: „Wir fordern die Auflösung der NATO und die Schaffung eines kollektiven Sicherheitssystems in Europa unter Einbeziehung Russlands. Wir fordern das Verbot von Waffenexporten und die Umstellung von Rüstungs- auf zivile Produktion.“
Warum Russland, das sowohl Innen- als auch Außenpolitisch einen völlig autoritären und reaktionären Kurs hält, ein guter Partner in einem kollektiven Sicherheitssystems wäre bleibt unbeantwortet. Es drängt sich die Vermutung auf, dass aus Nostalgie zu Russland gehalten wird, so wie sich genug Linke weiterhin an nationale Befreiungsbewegungen hängen, wofür es nach dem wegfall der Sowjetunion nicht mal mehr schlechte Gründe gibt.

Der 8. Mai zwingt die Linke leider nicht zur Reflexion.

Richtig bleibt natürlich: Dank den Alliierten Streitkräften und allen Partisann_innen und Widerstandskämpfer_innen für die Niederschlagung Deutschlands!

Спасибо! Thank you! Merci!

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