Archiv für April 2016

da ist er wieder, der 1. Mai

Nun steht schon wieder der 1. Mai vor der Tür. Der von den Nationalsozialisten in Deutschland zum Feiertag gemachte „Tag der Arbeit“ will begangen werden, von verschiedensten Linken auch liebevoll „Revolutionärer 1. Mai“ oder „Kampftag der ArbeiterInnenklasse“ genannt.

Tatsächlich ist das, was die Linken so an diesem Tag veranstalten konterrevolutionärer Kitsch. Schlechte Aufrufe mit wenig Inhalt gegen die da oben und den Imperialismus.

In schlechter Tradition wird mindestens ästhetisch an die Sowjetunion angeknüpft, so als wäre es selbstverständlich sich als Kommunist_in auf diese zu beziehen. Dabei ist noch jede gute Genossin, ob Bolschewiki, Anarchistin oder sonst wie, dieser geopfert worden.

Mir fällt tatsächlich nur ein Grund ein sich positiv auf die Sowjetunion zu beziehen: das Bedürfnis nach der Identifikation mit einer zwar vergangenen, aber immerhin sehr großen Macht. Staat, Armee und riesige Leichenberge sind schon etwas mit dem es sich angeben lässt.

Auf Kritik wird so auch lieber verzichtet und es müssen einfache Feindbilder herhalten. „Die Kapitalisten“ oder „die Herrschenden“ sind natürlich immer die Bösewichte und wenn diese aus dem Weg geräumt sind wird’s schon werden. Nebenbei wird dann noch „der Imperialismus“, der natürlich nur aus dem Westen kommt, angegangen und dann werden sich die Probleme der Menschheit schon in Luft auflösen. Sonst werden halt noch ein paar Säuberungen hinterhergeschoben. Irgendjemand passendes findet sich immer wenn es nicht läuft.

Gäbe es am 1. Mai nicht auch besseres zu tun, würde ich mir gerne wieder anschauen wie diese Revolutionäre von der Polizei aufgemischt werden.