nene, der Arne

Ich habe die tage gerade das doch schon etwas in die Jahre gekommene Buch „der Tod des Märchenprinzen“ gelesen, welches in den 80er Jahren ein linker Szenebestseller war. Es geht in dem autobiographischen Buch um die Beziehung, oder besser gesagt um die Aufarbeitung einer gescheiterten Beziehung, zwischen der Autorin Svende und ihrem Märchenprinzen Arne. Dabei behandelt es aber auch allgemein die Probleme in einer sexistischen/patriarchalen Gesellschaft.
Nebenbei gehts dann um Anti-AKW und gedisse zwischen Autonomen und dem KB, was ein unterhaltsamer Einblick in die damalige politische Landschaft ist. Außerdem wird dort öfters die sexuelle Revolution wie sie mitunter praktisch vollzogen wurde, als „sozialistischer Bumszwang“, kritisiert.
Naja… der Arne kommt in dem Buch auf jeden fall nur so mäßig gut weg, wobei sich das am Ende hin etwas relativiert (wobei sowohl im vorwort als auch in einem kurzen nachsatz betont wird dass Arne eigentlich auch nur ein lieber Kerl ist und nicht blöder als andere Typen. Aber ich würde auch der These zustimmen dass Männer allgemein eher scheiße sind.). Ich wusste auf jeden Fall, dass es dazu auch eine Antowort von Arne in Buchform gibt (welche aber wie ich gerade gelesen habe gar nicht von ihm geschrieben ist sondern von dem Spaßvogel Henning Vennske), und da ich doch ein bischen neugierig auf seine Sicht der Dinge geworden bin wollte ich mich mal kurz informieren. Nachdem ich dann diese Rezension bei amazon gelesen habe ist mir die Lust auf das Buch sogleich vergangen:

„Ich war der Märchenprinz“ ist das nicht ganz so bierernst gemeinte Gegenstück zum damaligen Kultbuch der Frauenbewegung „Der Tod des Märchenprinzen“. Das Buch gibt einen so offenen Einblick in die Männerdenke, daß man sich am besten in eine stille Ecke zurückzieht, um mit seinem Lachen keine Nachbarn zu stören. Dies genau ist auch der entscheidende Unterschied zum Vorstück: Arne Piewitz ist in der Lage, sich selbst zu ironisieren, sei es in seinem männlichen Denken, sei es in seiner AKW-Nee-Konformität oder seinen teils leicht naiven politischen Ansprüchen. Diese Selbstironie geht dem „Original“ komplett ab. In einer einzigen – extra ausgewiesenen – Passage wird auch dieses Buch für einen Moment „bierernst“. In dem privaten Gewissenskonflikt des Autors zeigt sich, daß auch Männer ein Gewissen besitzen.
Wenn man über die Bedeutung dieses wenngleich köstlichen Buchs etwas erahnen will: Mein Bruder las es an einem einzigen Vormittag – und beim Mittagessen gab er seiner Freundin den Laufpaß…

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2 Antworten auf „nene, der Arne“


  1. 1 what?! 16. August 2010 um 2:01 Uhr

    ich hab das buch auch gelesen, ist allerdings schon ein bisschen her. ich meine mich aber zu erinnern, dass die autorin arne von ihrer vergewaltigung erzählen will. der übergeht das mit „du das interessiert mich jetzt gar nicht so“. das war für mich eigentlich die krasseste stelle im buch, und hat für mich auch die ganze kampagne gegen ihn begründet. oder erinnere ich mich falsch?

  2. 2 phex 17. August 2010 um 21:37 Uhr

    ne, du erinnerst dich genau richtig.

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