»Die Dummheit der Kommunisten halte ich für kein Argument gegen den Kommunismus« (Ronald M. Schernikau)

in Hamburg gibts demnächst zwei Veranstaltungen zur Kritik des real existierenden Sozialismus. Diesem hat sich ja auch schon die letzte Ausgabe der Phase2 gewidmet.

DO, 15.04.2010 | 19 Uhr | Gängeviertel-Druckerei (Valentinskamp 39a)
Verdinglichung als Bedingung von Humanität?
Zur Kritik der Politischen Ökonomie des Sozialismus

Vortrag und Diskussion mit Hannes Gießler (Autor, Leipzig) in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung Hamburg

Karl Marx gibt in Manuskripten zu verstehen, dass er persönlich ein Leben im versachlichten (verdinglichten) ökonomischen Zusammenhang, d.h. der kapitalistischen Gesellschaft, einem Leben in vorherigen Gesellschaftsformationen vorzieht. Die bürgerliche Gesellschaft hätte im Bereich der Produktion und Distribution sowohl unmittelbare Gemeinschaften als auch unmittelbare Herrschaft zugunsten vermittelter beziehungsweise verdinglichter Herrschaft überwunden. Die Frage, inwiefern sie unmittelbare Herrschaft und Gemeinschaft aufgehoben hat, koinzidiert mit den Fragen, was im realexistierenden Sozialismus geschehen ist, welcher Rückfall droht, wenn die kapitalistische Produktionsweise abgeschafft wird, beziehungsweise, was bei ihrer kommenden Aufhebung zu berücksichtigen wäre, um weder staatliche Herrschaft noch totalitäre Gemeinschaft heraufzubeschwören. Inwieweit muss eine Kritik der Politischen Ökonomie auf »Dinghaft Entmenschlichtes als Bedingung von Humanität« (Theodor W. Adorno) reflektieren und sich gegen eine Entfremdungs- und Verdinglichungskritik abgrenzen?

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DI, 27.04.10 | 19 Uhr | Gängeviertel-Druckerei (Valentinskamp 39a)
Filmvorführung: »Stalin hat und das Herz gebrochen«
Danach Vortrag und Diskussion mit dem »AK Stalin hat uns das Herz gebrochen« (Berlin)

Der Film, der im Jahr 2000 von Minka Pradelski und Eduard Erne realisiert wurde, erzählt zunächst von der Hoffnung, die jüdische KommunistInnen mit der jungen DDR verbanden und zeigt schließlich die Trauer und die große Enttäuschung, die das Erleben der stalinistischen Säuberungen für sie mit sich brachte. Nach der Filmvorführung schließt sich ein Vortrag des Berliner »AK Stalin hat uns das Herz« gebrochen an, der sich mit den Schattenseiten des Realsozialismus, konkret mit dem Antisemitismus in der DDR beschäftigen wird. Dabei soll es auch um die Realsozialismus-Rezeption des »wiedervereinigten« Deutschlands gehen, in der Nationalsozialismus und Realsozialismus als sogenannte »doppelte Vergangenheit« totalitarismustheoretisch vermengt werden und darüber eine Relativierung nationalsozialistischer Verbrechen stattfindet. Im Anschluss an das Referat besteht Möglichkeit zur Diskussion.

Organisiert von Kritikmaximierung Hamburg

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1 Antwort auf „»Die Dummheit der Kommunisten halte ich für kein Argument gegen den Kommunismus« (Ronald M. Schernikau)“


  1. 1 rocko 09. April 2010 um 18:02 Uhr

    wenigstens finden die veranstaltungen diesmal nicht im b-movie statt ;)

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