Archiv für April 2010

Der Junge mit den Rollschuhen

ich bin heute mal durch mein blogarchiv (ich blogge schon seit fast 4 1/2 Jahren!) gestöbert, wobei ich darüber gestolpert bin, dass ich vor fast einem Jahr an dieser Stelle gefragt habe, on meine Leserinnen und Leser die Geschichte von dem Jungen mit den Rollschuhen kennen. Um auch mal wieder etwas persönlicheres mit mehr Text als 3 Zeilen zu schreiben werde ich diese nun zum besten geben:

Der Junge mit den Rollschuhen
Es war einmal ein kleiner Junge, der wünschte sich zu seinem Geburtstag Rollschuhe. Lange wartete er sehnsüchtig, bis es endlich soweit war. Er riss das Papier mit den lustigen Pritaten von seinem Geschenk und war außer sich vor Freude als er seine neuen Rollschuhe sah. Sie waren schöner als er es sich hätte vorstellen können. Und sie passten wie angegossen.
„Willst du sie nicht gleich ausprobieren, Mein Sohn?“, fragte Mutter. Aber er fand, das Wetter könnte besser sein. Er wolle einen besseren Tag für seine tollsten aller Rollschuhe abwarten. Er betrachtete sie noch den ganzen Tag und erfreute sich daran wie sie glänzten und wie gut ihre Rollen sich drehten. Und am Abend räumte er für sie den schönsten Platz in seinem Regal frei.
Die Zeit verging. Und immer wieder fragte die Mutter: „Sohn, möchtest du nicht mal mit deinen Rollschuhen fahren?“ Doch die Antwort war immer die gleiche: „Aber Mama, sie sind doch noch so neu und schön. Ich will sie doch nicht schon kaputt machen. Außerdem ist morgen vielleicht ein viel schönerer Tag. Ich will sie doch nicht schon bei schlechtem Wetter kaputt fahren!“
Einige Jahre verstreichen. „Heute ist der schönste Tag seit langem!“, sagt der Junge. „Jetzt will ich Rollschuhfahren“. Er rannte zu seinem Regal wo seine tollsten Rollschuhe an seinem schönsten Plätzchen standen und wollte sie anziehen. Doch sie passten ihm nicht mehr. Er hatte solange auf den besten Moment gewartet, das er ungenutzt blieb.
Und die Moral von der Geschichte: wenn sich etwas schönes anbietet nutze die Gelegenheit und warte nicht auf den vielleicht nie eintreffenden perfekten Moment. Sonst ergeht es dir vielleicht wie dem kleinen Jungen mit seinen neuen Rollschuhen…
Und wenn er nicht gestorben ist, so weint er noch Heute.
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Und? Wie sind meine Geschichtenerzählerqualitäten? :)

Und nebenbei habe ich meine sidebar aufgehübscht. yay!

Probably the best war in the world

Solidarität mit den streikenden ArbeiterInnen bei Carlsberg in Dänemark!

Es ist auch nicht das erste mal in der Geschichte, dass Alkohol zu Arbeitskämpfen führt. Finde leider auf die schnelle nur dieses andere Beispiel.

Wo das Proletariat für sein Recht auf Alkoholgenuß auf die Barrikaden ging und geht, wollten die Revolutionäre des frühen 20. Jahrhunderts (zumindest die Syndikalisten) nach der Revolution die Alkoholproduktion mit als erstes abschaffen. Kein Wunder, dass das nicht so ganz harmonierte.

Der bewußte Arbeiter raucht und trinkt nicht!

»Die Dummheit der Kommunisten halte ich für kein Argument gegen den Kommunismus« (Ronald M. Schernikau)

in Hamburg gibts demnächst zwei Veranstaltungen zur Kritik des real existierenden Sozialismus. Diesem hat sich ja auch schon die letzte Ausgabe der Phase2 gewidmet.

DO, 15.04.2010 | 19 Uhr | Gängeviertel-Druckerei (Valentinskamp 39a)
Verdinglichung als Bedingung von Humanität?
Zur Kritik der Politischen Ökonomie des Sozialismus

Vortrag und Diskussion mit Hannes Gießler (Autor, Leipzig) in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung Hamburg

Karl Marx gibt in Manuskripten zu verstehen, dass er persönlich ein Leben im versachlichten (verdinglichten) ökonomischen Zusammenhang, d.h. der kapitalistischen Gesellschaft, einem Leben in vorherigen Gesellschaftsformationen vorzieht. Die bürgerliche Gesellschaft hätte im Bereich der Produktion und Distribution sowohl unmittelbare Gemeinschaften als auch unmittelbare Herrschaft zugunsten vermittelter beziehungsweise verdinglichter Herrschaft überwunden. Die Frage, inwiefern sie unmittelbare Herrschaft und Gemeinschaft aufgehoben hat, koinzidiert mit den Fragen, was im realexistierenden Sozialismus geschehen ist, welcher Rückfall droht, wenn die kapitalistische Produktionsweise abgeschafft wird, beziehungsweise, was bei ihrer kommenden Aufhebung zu berücksichtigen wäre, um weder staatliche Herrschaft noch totalitäre Gemeinschaft heraufzubeschwören. Inwieweit muss eine Kritik der Politischen Ökonomie auf »Dinghaft Entmenschlichtes als Bedingung von Humanität« (Theodor W. Adorno) reflektieren und sich gegen eine Entfremdungs- und Verdinglichungskritik abgrenzen?

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DI, 27.04.10 | 19 Uhr | Gängeviertel-Druckerei (Valentinskamp 39a)
Filmvorführung: »Stalin hat und das Herz gebrochen«
Danach Vortrag und Diskussion mit dem »AK Stalin hat uns das Herz gebrochen« (Berlin)

Der Film, der im Jahr 2000 von Minka Pradelski und Eduard Erne realisiert wurde, erzählt zunächst von der Hoffnung, die jüdische KommunistInnen mit der jungen DDR verbanden und zeigt schließlich die Trauer und die große Enttäuschung, die das Erleben der stalinistischen Säuberungen für sie mit sich brachte. Nach der Filmvorführung schließt sich ein Vortrag des Berliner »AK Stalin hat uns das Herz« gebrochen an, der sich mit den Schattenseiten des Realsozialismus, konkret mit dem Antisemitismus in der DDR beschäftigen wird. Dabei soll es auch um die Realsozialismus-Rezeption des »wiedervereinigten« Deutschlands gehen, in der Nationalsozialismus und Realsozialismus als sogenannte »doppelte Vergangenheit« totalitarismustheoretisch vermengt werden und darüber eine Relativierung nationalsozialistischer Verbrechen stattfindet. Im Anschluss an das Referat besteht Möglichkeit zur Diskussion.

Organisiert von Kritikmaximierung Hamburg