von schlechten Filmen und (vorraussichtlich) guten Veranstaltungen

vor wenigen Wochen kaufte ich mir, der Horrorfilme gerne mag und auch ihre billigen Varianten zu schätzen weiss, die DVD-Box Halloween – Untote. 8 Filme um sich öfters mal einen schönen Abend vor dem Fernseher zu machen.
Das habe ich gestern auch getan und mir den Film angeschaut mit dem, wie ich finde, erfolgsversprechendsten Titel: Zombie woman!
Wie im Vorspann zu sehen war hiess der eigentlich Zombienation, ein Film mit diesem Namen gab es in Deutschland aber wohl schon (oder es gab evtl Probleme wegen der Band zombienation welche verantwortlich ist für dieses coole Lied) und so musste halt einen anderer Name her. Machen auch beide gleich wenig Sinn eigentlich.
Um gleich auf den Punkt zu kommen: der Film ist der schlechteste (vielleicht der zweitschlechteste) Film den ich jemals gesehen habe. Ein paar lustige Momente hatte er schon, aber eher unfreiwillig. Als location gibt es ein paar Szenen draussen und sonst sind alle Szenen in einer Halle oder um die Halle rum gedreht worden. Und es wurde auch so gedreht, dass der aufmerksame Zuschauer, oder die aufmerksame Zuschauerin, das auch merkt. Die Schauspieler sind schlecht, die Dialoge sind schlecht, die Handlung ist dumm. Die Zombies sind gar keine richtigen Zombies.

Auf dem Originalcover wird einem ein fies dreinschauendes Zombiegirl präsentiert und die weiblichen Zombies im Film haben als Schminke nur ein bischen blau um die Augen rum! MEHR NICHT!!!! So schlechte Zombies habe ich noch nie gesehen! Und die reden auch ganz normal und so? WTF?
Und der Film ist zwar ab 18, es ist aber überhaupt nicht ersichtlich warum. Da wird kaum gemetzelt, kaum Blut, kaum Menschen die aufgegessen werden. Voll harmlos. Ich frage mich wer auf die Idee kommt einen low-Bidget-Horrorfilm zu drehen, und den dann ohne jede Liebe zum detail. Es gibt ja genug Filme die beweisen, dass gut nicht teuer sein muss.
Wie ich nun eben bei wikipedia gelesen habe ist der Film auf Platz 17 der Liste der 100 schlechtesten Filme. Da passt er auch hin.
Obwohl ich dem Film doch zugestehen muss, dass ich mich nicht gelangweilt habe. Es war doch ganz nett und unterhaltend anzusehen wie der Film sich immer wieder selber im niveau unterbot.
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this friday in Hamburg:

Entkorkte Flaschenpost
Die deutsche Student_innenbewegung der späten 196oer Jahre trat mit dem Anspruch auf, die bürgerliche Gesellschaft revolutionär verändern zu wollen. Zumindest in Berlin und Frankfurt gewann im SDS dabei auch die Kritische Theorie orientierenden Einfluss, die damals besonders Theodor W. Adorno in Frankfurt und Herbert Marcuse in San Diego (USA) vorantrieben. Die Kritische Theorie, die Adorno zufolge im Exil dazu gezwungen worden war, sich auf das Absenden einer „Flaschenpost“ zu beschränken, war nun mit aktiven Nachfolger_innen konfrontiert, die nach eigener Aussage die revolutionäre Praxis zur Kritischen Theorie suchten. Im Vortrag sollen die unterschiedlichen Reaktionen Adornos und Marcuses auf die Student_innenbewegung dargestellt und analysiert werden. Ziel ist es, in Hinblick auf die theoretische und politische Position beider Denker in den späten sechziger Jahren zu erklären, warum Marcuse die Protestbewegung so begeistert begrüßte, während Adorno sich immer mehr der Kritik des studentischen Aktionismus zuwendete. Im weiteren geht es einerseits um die Kritische Theorie, ihr politisches Selbstverständnis und ihr Verhältnis zu den Protestbewegungen der späten 196oer Jahre, andererseits wird in Rezeption der damaligen Debatten grundsätzlicher darüber nachgedacht, wie sich eine kritische Theorie der Gesellschaft gegenüber radikalen Protestbewegungen verhalten kann. Mit Adornos und Marcuses Ausführung liegen für diese Fragestellung gleichsam zwei Extrempositionen vor, von denen keine – so die These des Referenten – als die „richtige“ bezeichnet werden kann. Vielmehr zeigt der Streit zwischen den beiden Denkern, dass alle Überlegungen etwa zum Verhältnis zu Theorie und Praxis falsch bleiben müssen, solange die gesellschaftlichen Verhältnisse die falschen sind. Daher verspricht eine Reflexion über die Beschränktheit jeder eindeutigen Stellungnahme mehr Erkenntnisgewinn, als es eine jede Positionierung könnte.

Eine Veranstaltung der MASCH-Hochschulgruppe.

Referent: Hanning Voigts (Hamburg)
Termin: Freitag, o5.o2.2o1o, 18:oo Uhr
Ort: Universität Hamburg, Allendeplatz 1, Pferdestall, 1. Stock, Raum 138
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und dann sei noch kurze auf diese recht neue Zeitschrift hingewiesen:
outsidethebox
Habe bisher zwar noch nicht allzuviel darin gelesen, aber was ich las fand mein gefallen.

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1 Antwort auf „von schlechten Filmen und (vorraussichtlich) guten Veranstaltungen“


  1. 1 crull 02. Februar 2010 um 16:00 Uhr

    „Ich frage mich wer auf die Idee kommt einen low-Bidget-Horrorfilm zu drehen, und den dann ohne jede Liebe zum detail.“

    Die Antwort lautet: Ulli Lommel. Es scheint seine Lebensaufgabe zu sein, die top thousand der schlechtesten Filme aller Zeiten ganz alleine zu drehen. Und dabei wenigstens ist er auf einem guten Weg. Lobenswertes in Lommels Karriere besteht einzig in seinen schauspielerischen Leistungen in ein paar Filmen von Fassbinder. That’s it. Erwähnenswert ist vielleicht noch die kürzlich in München veranstaltete Retrospektive der Lommelschen Verbrechen an der Filmkunst. Keine Ahnung, wer sich das angetan haben könnte.

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