Archiv für Februar 2010

phex in wonderland


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Antizionisten und Nazis

»Nichts gelernt und nichts vergessen«
Ein Schema zur Geschichte des Antizionismus in Deutschland

Irgendwann zwischen der Wannsee-Konferenz und der Gründung Israels verliert der Hass auf die Juden jedwede Geschichte. Danach gab es keine Antisemiten mehr: weil alle es sind. Der Antisemitismus wird zum logischen wie zum historischen Apriori, zur Ontologie des gesellschaftlichen Seins der Deutschen. Was immer sich seitdem auch ereignet hat – es spiegelt den prinzipiellen Stillstand der Geschichte, den Bann, die Angstlust der erpressten Versöhnung. So findet auch der Hass auf die Juden, egal, ob antisemitisch oder antizionistisch ausgebrüllt, keine neuen Worte mehr, sondern gehorcht einem manischen Wiederholungszwang, dessen Vokabular in den Werken Adolf Hitlers gesammelt vorliegt. Es ist sein »Politisches Testament« vom 29. April 1945, das seitdem abgearbeitet wird, sein letzter Wille, dem »internationalen Judentum und seinen Helfern« den totalen Krieg zu erklären und dafür immer wieder aufs Neue im deutschen Staat die so klassenübergreifende wie die Klassen in sich aufhebende Volksgemeinschaft zu verschweißen, d.h. das Mordkollektiv, das in erlogener präventiver Notwehr dagegen sich erheben solle, dass »die Völker Europas wieder nur als Aktienpakete dieser internationalen Geld- und Finanzverschwörer angesehen werden«.

1989, als die Wiedervereinigung der Antisemiten (BRD), die genötigt worden waren, mit Israel sich zu arrangieren, mit den Antizionisten (DDR), denen es nur erlaubt war, die Juden in Form der ›Zionisten‹ zu hassen, unvermeidlich wurde, waren alle formellen Bedingungen der deutschen Souveränität wiederhergestellt, die es möglich machen, Hitlers Testament doch noch zu vollstrecken, d.h. die HaShoah durch ihre Vollendung, Überbietung und restlose Vollstreckung an Israel ungeschehen zu machen: Der Rechtsnachfolger rüstet sich auf, der Gesellschaftsnachfolger zu sein. Denn erst der Tag, an dem es die Juden, außer in Geschichtsbüchern, niemals gegeben haben wird, wird der Tag der vollendeten »Deutschen Revolution« (Goebbels) gewesen sein. So trifft das paradoxe Resümée jetzt erst zu, das Eric Voegelin 1964 aus dem Verhältnis der Deutschen zu Hitler zog: »Nichts gelernt und nichts vergessen.«
Es ist diese irrsinnig redundante, penetrante Permanenz des Nullpunkts materialistischer Aufklärung, in dem der Wiederholungszwang sich breitmacht.

Joachim Bruhn, Initiative Sozialistisches Forum, Freiburg
Freitag, 26. Februar 2010, 19.30 Uhr
im Bistro des Golden Pudel Club, St. Pauli Fischmarkt
Eine Veranstaltung der Hamburger Studienbibliothek

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YOU‘LL NEVER WALK ALONE!
Solidarität mit der Alten Meierei und allen Betroffenen faschistischer Gewalt!
Nazistrukturen in Kiel und andernorts zerschlagen – linke Gegenkultur stärken!

Demonstration | 13.3.2010 | Kiel

Antifa!

In der Nacht zum 20. Januar 2010 wurde das linke Kultur- und Wohnprojekt Alte Meierei in Kiel mit scharfer Munition beschossen. Mindestens zwei Schüsse wurden auf ein beleuchtetes Fenster des Wohnbereichs abgefeuert. Die Projektile durchschlugen das Fenster und trafen die Decke des Zimmers. Eine Person, die sich zeitgleich in dem Raum aufhielt blieb glücklicherweise unverletzt.
[Aufruf + mehr infos]

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lustig. :)

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irgendwas wollte ich noch bloggen… hab ich vergessen…

endlich!

Meine Mühe hat sich gelohnt. Vor ca 3 Jahren habe ich an Mc Donalds eine Beschwerdemail geschrieben, dass es ein untragbarer Zustand ist, dass es bei ihnen keinen vegetarischen Burger gibt und ich stattdessen immer zu Burger King gehen muss wenn ich mal nicht-sattmachenden Fastfood essen will.
Nun ist endlich abhilfe geschaffen worden… gleich 3 gekauft und für okay befunden. yammi.
leider gibt es im internet kein passendes Bild dazu. :(

Spon dazu: Die Fastfood-Kette McDonald’s will eine neue Kundengruppe erschließen: Frauen.
:D

Kritik und Politik

In der letzten Ausgabe der Jungle World findet sich in dem Artikel über die FDP Spendenaffäre im letzten Abschnitt noch ein Hinweis an die fundamentale Kritik der kapitalistischen Gesellschaft welcher so oder ähnlich öfters zu vernehmen ist:

In der radikalen Linken gehörte es in den vergangenen Jahren zum guten Ton, selbst die offensichtlichsten Unverschämtheiten der Charaktermasken in Kabinett und Kapital abgeklärt als normale Begleiterscheinungen des Alltags im Kapitalismus abzutun. Man kaprizierte sich darauf, all jene als Populisten, Naivlinge oder gar als Propagandisten einer verkürzten personalisierenden Kapitalismuskritik zu bezeichnen, die sich über Bonuszahlungen an Manager, aus schwarzen Kassen finanzierte gelbe »Gewerkschaften« und erkaufte Steuersenkungen empörten.

Was aber vor zehn Jahren noch als kalkulierter Tabubruch gegenüber einer gutmenschenhaft gedankenlosen und jeder gründlicheren Kapitalismuskritik abholden NGO- und Bewegungslinken durchgehen konnte, ist mittlerweile zur leeren Geste geworden, die kein nennenswertes Kritikpotenzial mehr beinhaltet. Wer sich über eine derart dreiste und korrupte Klientelpolitik nicht mehr empören kann, hat offensichtlich jeden gesamtgesellschaftlichen Blick verloren.

Es ist ja richtig, dass Empörung über, und bei Gelegenheit Widerstand gegen, besonders dreiste schweinereien angebracht und nötig ist. Und es ist zu bedauern, dass es in Deutschland keine Liberalen gibt welche das wirksam übernehmen könnten, und dass es scheinbar die Aufgabe der radikalen Linken zu sein hat diese Aufgabe zu stemmen.
Ich denke es sollte aber nicht der Unterscheid zwischen einer radikalen Kritik dieser Gesellschaft und praktischen Verbesserungsvorschlägen übersehen werden. Denn welche Konsequenz ergibt sich daraus, wenn die Korruption bei Parteien bemängelt wird oder auf besonders Arbeitnehmerfeindliche Praktiken eines Unternehmens hingewiesen wird? Die Korruption soll aufhören und der Arbeitnehmer soll netter zu seinen Untergebenen sein beziehungsweise die Arbeiterinnen und Arbeiter sollen sich nicht alles gefallen lassen und sich auch mal zu wehr setzen. Was sicherlich beides zu unterstützen ist. Aber wenn dieses dann geschehen ist hat man halt Parteien ohne unmittelbare Korruption und angenehmere kapitalistische Ausbeutung. Also immernoch Staat, Kapital, Nation, Ware, Arbeit…
Wird jedoch deutlich auf die Notwendigkeit hingewiesen, mit welcher im Kapitalismus Elend, Leid und Unvernunft produziert werden ist die Konsequenz eine andere: Diese Gesellschaft wie sie ist muss abgeschafft werden zugunsten einer durch die Kritik negativ bestimmten befreiten Gesellschaft: Communismus.
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Neuigkeiten von der Hamburger antiimperialistischen Front:

Zum einen gab es einenErneuten Überfall von B5-Aktivisten auf Antisemitismusgegner

edit#2: untenstehende Veranstaltung wird aufgrund der unbarmherzigen Macht radikial-zionistischer Schlägerbanden und exiliranischer Extremisten nicht (oder zumindest nicht am altbekannten Ort) stattfinden. Weiter so Genossinnen und Genossen! [source]

Und zum anderen: am 11. Februar soll im Hamburger Kempinski-Hotel eine Irankonferenz stattfinden mit unter anderm Jürgen Elsässer, dem Menschen von Steinbergrecherche, dem iranischen Botschafter und anderen Freunden des iranischen Regimes. „Allen Referenten ist gemein, dass diese durch antisemitische oder menschenverachtende Äußerungen in der Vergangenheit von sich reden gemacht haben und die Diktatur im Iran propagandistisch unterstützen.

Die „Worker-communist Party of Iran“, die Solidaritätsinitiative „Peyvand“ und „Stop the Bomb“ rufen ab 17:00 Uhr vor dem Hotel (An der Alster 72-79) zu Protesten auf.

Mehr zu alledem bei Cosmoproletarian solidarity.

edit: Von der Hamburger Studienbibliothek gibt es nun auch einen Aufruf.

von schlechten Filmen und (vorraussichtlich) guten Veranstaltungen

vor wenigen Wochen kaufte ich mir, der Horrorfilme gerne mag und auch ihre billigen Varianten zu schätzen weiss, die DVD-Box Halloween – Untote. 8 Filme um sich öfters mal einen schönen Abend vor dem Fernseher zu machen.
Das habe ich gestern auch getan und mir den Film angeschaut mit dem, wie ich finde, erfolgsversprechendsten Titel: Zombie woman!
Wie im Vorspann zu sehen war hiess der eigentlich Zombienation, ein Film mit diesem Namen gab es in Deutschland aber wohl schon (oder es gab evtl Probleme wegen der Band zombienation welche verantwortlich ist für dieses coole Lied) und so musste halt einen anderer Name her. Machen auch beide gleich wenig Sinn eigentlich.
Um gleich auf den Punkt zu kommen: der Film ist der schlechteste (vielleicht der zweitschlechteste) Film den ich jemals gesehen habe. Ein paar lustige Momente hatte er schon, aber eher unfreiwillig. Als location gibt es ein paar Szenen draussen und sonst sind alle Szenen in einer Halle oder um die Halle rum gedreht worden. Und es wurde auch so gedreht, dass der aufmerksame Zuschauer, oder die aufmerksame Zuschauerin, das auch merkt. Die Schauspieler sind schlecht, die Dialoge sind schlecht, die Handlung ist dumm. Die Zombies sind gar keine richtigen Zombies.

Auf dem Originalcover wird einem ein fies dreinschauendes Zombiegirl präsentiert und die weiblichen Zombies im Film haben als Schminke nur ein bischen blau um die Augen rum! MEHR NICHT!!!! So schlechte Zombies habe ich noch nie gesehen! Und die reden auch ganz normal und so? WTF?
Und der Film ist zwar ab 18, es ist aber überhaupt nicht ersichtlich warum. Da wird kaum gemetzelt, kaum Blut, kaum Menschen die aufgegessen werden. Voll harmlos. Ich frage mich wer auf die Idee kommt einen low-Bidget-Horrorfilm zu drehen, und den dann ohne jede Liebe zum detail. Es gibt ja genug Filme die beweisen, dass gut nicht teuer sein muss.
Wie ich nun eben bei wikipedia gelesen habe ist der Film auf Platz 17 der Liste der 100 schlechtesten Filme. Da passt er auch hin.
Obwohl ich dem Film doch zugestehen muss, dass ich mich nicht gelangweilt habe. Es war doch ganz nett und unterhaltend anzusehen wie der Film sich immer wieder selber im niveau unterbot.
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this friday in Hamburg:

Entkorkte Flaschenpost
Die deutsche Student_innenbewegung der späten 196oer Jahre trat mit dem Anspruch auf, die bürgerliche Gesellschaft revolutionär verändern zu wollen. Zumindest in Berlin und Frankfurt gewann im SDS dabei auch die Kritische Theorie orientierenden Einfluss, die damals besonders Theodor W. Adorno in Frankfurt und Herbert Marcuse in San Diego (USA) vorantrieben. Die Kritische Theorie, die Adorno zufolge im Exil dazu gezwungen worden war, sich auf das Absenden einer „Flaschenpost“ zu beschränken, war nun mit aktiven Nachfolger_innen konfrontiert, die nach eigener Aussage die revolutionäre Praxis zur Kritischen Theorie suchten. Im Vortrag sollen die unterschiedlichen Reaktionen Adornos und Marcuses auf die Student_innenbewegung dargestellt und analysiert werden. Ziel ist es, in Hinblick auf die theoretische und politische Position beider Denker in den späten sechziger Jahren zu erklären, warum Marcuse die Protestbewegung so begeistert begrüßte, während Adorno sich immer mehr der Kritik des studentischen Aktionismus zuwendete. Im weiteren geht es einerseits um die Kritische Theorie, ihr politisches Selbstverständnis und ihr Verhältnis zu den Protestbewegungen der späten 196oer Jahre, andererseits wird in Rezeption der damaligen Debatten grundsätzlicher darüber nachgedacht, wie sich eine kritische Theorie der Gesellschaft gegenüber radikalen Protestbewegungen verhalten kann. Mit Adornos und Marcuses Ausführung liegen für diese Fragestellung gleichsam zwei Extrempositionen vor, von denen keine – so die These des Referenten – als die „richtige“ bezeichnet werden kann. Vielmehr zeigt der Streit zwischen den beiden Denkern, dass alle Überlegungen etwa zum Verhältnis zu Theorie und Praxis falsch bleiben müssen, solange die gesellschaftlichen Verhältnisse die falschen sind. Daher verspricht eine Reflexion über die Beschränktheit jeder eindeutigen Stellungnahme mehr Erkenntnisgewinn, als es eine jede Positionierung könnte.

Eine Veranstaltung der MASCH-Hochschulgruppe.

Referent: Hanning Voigts (Hamburg)
Termin: Freitag, o5.o2.2o1o, 18:oo Uhr
Ort: Universität Hamburg, Allendeplatz 1, Pferdestall, 1. Stock, Raum 138
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und dann sei noch kurze auf diese recht neue Zeitschrift hingewiesen:
outsidethebox
Habe bisher zwar noch nicht allzuviel darin gelesen, aber was ich las fand mein gefallen.