Schlimmer als Krieg

von Daniel Jonah Goldhagen ist letzten Monat in Deutschland ein neues Buch erschienen. Zu diesem Buch ist auch eine Filmische Dokumentation herausgekommen welche eben im TV lief.
In dieser benennt er diverse Völkermorde der letzten Hundert Jahre und nennt als Grundmuster 2 Faktoren. Zum ersten einen verbreiteten Hass auf eine bestimmte Bevökerungsgruppe, im wesentlichen wohl Rassismus und Antisemitismus aber dies ist wohl nicht ausreichend da auch die massenmorde unter kommunistischen Regimen hinzugezählt werden. Und zum zweiten muss es eine Instanz, meist den Staat bzw. seine Führung, geben, welche diesen für seine Zwecke instrumentalisiert. Er kommt zu dem Schluß, dass Frühzeitig militärisch interveniert werden muss wenn sich irgendwo ein Völkermord ankündigt um so die Kosten-Nutzen Rechnung der Staatsführung zu beeinflussen und sie so von ihren Plänen abzubringen. Da die UN offensichtlich nicht dazu in der Lage, da aufgrund ihrer Zusammensetzung gar nicht willens, ist diese Rolle übernehmen sollte ein Bündnis aus demokratischen Staaten diesen Part übernehmen.
Es fällt dabei zum einen auf, dass er nicht weiter hinterfragt woher der verbreitete Hass kommt. Er ist einfach da, aus Überlieferungen oder Tradition und wird als bestehend hingenommen. Es ist aus der Perspektive der akuten Intervention sicherlich berechtigt diese Frage zu vernachlässigen, wenn präventiv gegen irrationalen Hass, Rassismus und Antisemitismus vorgegangen werden soll muss dieser Frage jedoch nachgegangen werden. Gibt es keinen Rassismus in der Bevölkerung, so kann dieser auch nicht instrumentalisiert werden. Fraglich ist auch ob die These, dass die Mächtigen primär aus politischen und wirtschaftlichen Motiven handeln und ob nicht auch bei ihnen die Projektionen in ihren Entscheidungen eine wesentliche Rolle spielen durchgängig haltbar ist.
Zum anderen ist die Frage, ob es realistisch ist, dass demokratische Staaten eine militärische Intervention allein aus einer moralischen Verpflichtung heraus eingehen würden zu stellen. Denn welches Interesse hätten diese Staaten daran. Es zeigt sich ja jetzt auch, dass solange die Handelsbeziehungen stimmen einer ernsthaften Auseinandersetzung aus dem Weg gegangen wird und allein die Apelle zur Unterlassung unmenschlichen Handelns den guten Willen bekunden. Es erinnerte mich an ein Buch von Geroge Soros welches ich mal in der Schule lesen musste. In „der Globalisierungsreport“ schlägt dieser vor, um die negativen effekte der Globalisierung und der öffnung der Finanzmärkte zu entschärfen, die ILO zu stärken gegen die WTO. So wie es jedoch logisch ist, dass Marktfähigere Staaten zum Beispiel mit Hilfe der WTO auf die Öffnung von Handelsgrenzen drängen um sich Vorteile zu verschaffen so fragwürdig ist es doch welche weltpolitische Macht sich für eine Stärkung einer Organisation einsetzen sollte welche nur ihren eigenen wirtschaftlichen Spielraum beschränkt.
Ich denke nicht, dass militärische Interventionen nur aus wirtschaftlichen Überlegungen zustande kommen. Gerade in einem demokratischen Staat muss jedoch eine Akzeptanz sowohl in der Regierung als auch in der Bevölkerung geschaffen werden um einen Einsatz zu ermöglichen. Und Krieg ist keine billige Angelegeheit welche mal so nebenbei erledigt wird.
Dennoch erfüllt die Dokumentation auf jeden Fall soweitgehend ihren Zweck, als das sie auf die täglich stattfindenen Gräul auf der Welt hinweisst und auch darauf, dass diese verhindert werden können und verhindert werden müssen.

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6 Antworten auf „Schlimmer als Krieg“


  1. 1 Dieser Text... 19. Oktober 2009 um 8:14 Uhr

    …ist der Beweis, dass Du mit linker Politik oder gar Kommunismus nix, aber auch rein gar nix am Hut hast. Du bist durch und durch bürgerlich. Huch, zweiter Hinweis darauf: du bist ja auch noch antideutsch.

  2. 2 phex 19. Oktober 2009 um 11:42 Uhr

    nkay

  3. 3 rocko 19. Oktober 2009 um 19:30 Uhr

    Genau, als richtiger Linker muss man Völkermorde als Klassenkämpfe verglorifizieren. Schäm dich phex!!!

  4. 4 projektion, here we go! 20. Oktober 2009 um 0:02 Uhr

    @rocko. woher auch immer du deine unterstellung nimmst – sie sagt mehr über dich als über „dieser text…“ aus.

  5. 5 Bert 20. Oktober 2009 um 7:49 Uhr

    Es ist doch so: Wer Völkermorde kritisiert, antizipiert den Begriff des Volkes und ist somit selbst antisemitsch, mindestens strukturell (Thomas Schmidinger).

  6. 6 phex 20. Oktober 2009 um 11:04 Uhr

    :)

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