Archiv für Oktober 2009

antisemitische Internationale Sektion Hamburg

„Im Vereinigten Königreich“, so heißt es im Artikel beispielsweise, „erreichte die der britischen Presse zufolge ‚größte Studentenbewegung seit 20 Jahren’, die aus Protest gegen den Krieg 34 Universitäten besetzt hatte, dass an einigen Universitäten Produkte aus israelischen Kolonien boykottiert werden“. In Südafrika und Australien hätten sich die Hafenarbeiter im Februar geweigert, israelische Schiffe zu entladen; die südafrikanische Hafenarbeitergewerkschaft habe darüber hinaus zum Boykott israelischer Waren aufgerufen und von der Regierung gefordert, die ökonomischen und politischen Beziehungen zu Israel abzubrechen. In Norwegen, so Wild, „begannen die Gewerkschaften bereits im Januar mit einer Kampagne zum Abzug aller staatlichen Investitionen aus Israel“. In Frankreich sei „die kollektive Begehung von Supermärkten zwecks Entfernung israelischer Waren aus den Regalen“ eine „beliebte Aktion“. Die israelische Presse habe gemeldet, dass der Verkauf israelischer Waren infolge der Boykotte um 21 Prozent zurückgegangen ist. „Als direkte Reaktion auf den Krieg gegen Gaza“, schreibt Wild, „brach vor allem im Vereinigten Königreich und den skandinavischen Ländern der Verkauf israelischer Waren ein“. Und so weiter und so fort.

Und in Hamburg haben wahnsinnige Antiimperialistische Schläger die Vorführung eines Filmes verhindert, weil er über und nicht gegen Israel war und zu nah an ihrer Homebase vorgeführt werden sollte.
Glücklicherweise ist die Sektion Hamburg nicht sehr groß und ihre wirkmächtigkeit arg begrenzt.

@ TOP

„Es gibt eine andere Form des Vergessens: den Wahn des Erinnerns, wie er heute wütet.“
Claude Lanzmann

Schlimmer als Krieg

von Daniel Jonah Goldhagen ist letzten Monat in Deutschland ein neues Buch erschienen. Zu diesem Buch ist auch eine Filmische Dokumentation herausgekommen welche eben im TV lief.
In dieser benennt er diverse Völkermorde der letzten Hundert Jahre und nennt als Grundmuster 2 Faktoren. Zum ersten einen verbreiteten Hass auf eine bestimmte Bevökerungsgruppe, im wesentlichen wohl Rassismus und Antisemitismus aber dies ist wohl nicht ausreichend da auch die massenmorde unter kommunistischen Regimen hinzugezählt werden. Und zum zweiten muss es eine Instanz, meist den Staat bzw. seine Führung, geben, welche diesen für seine Zwecke instrumentalisiert. Er kommt zu dem Schluß, dass Frühzeitig militärisch interveniert werden muss wenn sich irgendwo ein Völkermord ankündigt um so die Kosten-Nutzen Rechnung der Staatsführung zu beeinflussen und sie so von ihren Plänen abzubringen. Da die UN offensichtlich nicht dazu in der Lage, da aufgrund ihrer Zusammensetzung gar nicht willens, ist diese Rolle übernehmen sollte ein Bündnis aus demokratischen Staaten diesen Part übernehmen.
Es fällt dabei zum einen auf, dass er nicht weiter hinterfragt woher der verbreitete Hass kommt. Er ist einfach da, aus Überlieferungen oder Tradition und wird als bestehend hingenommen. Es ist aus der Perspektive der akuten Intervention sicherlich berechtigt diese Frage zu vernachlässigen, wenn präventiv gegen irrationalen Hass, Rassismus und Antisemitismus vorgegangen werden soll muss dieser Frage jedoch nachgegangen werden. Gibt es keinen Rassismus in der Bevölkerung, so kann dieser auch nicht instrumentalisiert werden. Fraglich ist auch ob die These, dass die Mächtigen primär aus politischen und wirtschaftlichen Motiven handeln und ob nicht auch bei ihnen die Projektionen in ihren Entscheidungen eine wesentliche Rolle spielen durchgängig haltbar ist.
Zum anderen ist die Frage, ob es realistisch ist, dass demokratische Staaten eine militärische Intervention allein aus einer moralischen Verpflichtung heraus eingehen würden zu stellen. Denn welches Interesse hätten diese Staaten daran. Es zeigt sich ja jetzt auch, dass solange die Handelsbeziehungen stimmen einer ernsthaften Auseinandersetzung aus dem Weg gegangen wird und allein die Apelle zur Unterlassung unmenschlichen Handelns den guten Willen bekunden. Es erinnerte mich an ein Buch von Geroge Soros welches ich mal in der Schule lesen musste. In „der Globalisierungsreport“ schlägt dieser vor, um die negativen effekte der Globalisierung und der öffnung der Finanzmärkte zu entschärfen, die ILO zu stärken gegen die WTO. So wie es jedoch logisch ist, dass Marktfähigere Staaten zum Beispiel mit Hilfe der WTO auf die Öffnung von Handelsgrenzen drängen um sich Vorteile zu verschaffen so fragwürdig ist es doch welche weltpolitische Macht sich für eine Stärkung einer Organisation einsetzen sollte welche nur ihren eigenen wirtschaftlichen Spielraum beschränkt.
Ich denke nicht, dass militärische Interventionen nur aus wirtschaftlichen Überlegungen zustande kommen. Gerade in einem demokratischen Staat muss jedoch eine Akzeptanz sowohl in der Regierung als auch in der Bevölkerung geschaffen werden um einen Einsatz zu ermöglichen. Und Krieg ist keine billige Angelegeheit welche mal so nebenbei erledigt wird.
Dennoch erfüllt die Dokumentation auf jeden Fall soweitgehend ihren Zweck, als das sie auf die täglich stattfindenen Gräul auf der Welt hinweisst und auch darauf, dass diese verhindert werden können und verhindert werden müssen.

gut werden

wird es nie…

schade,

dass Bochum und Freiburg nicht in Hamburg liegen.

obwohl ein bischen wird einem hier ja auch geboten:
zum Beispiel die Vortragsreihe „Religionskritik als Herrschaftskritik“ von der Rosa Luxemburg Stiftung. Der erste Vortrag von Volker Weiß war auch schon sehr gut und durchaus erhellend. Es folgen noch:

Fr.13.11.09 Claudia Dantschke
„Wer predigt was?“
Islamismus in Deutschland. Strukturen und Ideologie einer politischen Bewegung

Fr.11.12.09 Mark Schumacher
Religion & Kapitalismus, Business & Wahnsinn
Überlegungen zur Religionskritik nach Benjamin

Fr.08.01.10 Regina Wamper
Christlicher Fundamentalismus und politische Rechte

Fr.12.02.10 Marcia Moser
Gott und Geschlecht
Zur gesellschaftlichen Bedeutung eines religiösen Ordnungskonzepts

jeweils am zweiten Freitag im Monat
18:30 Uhr | Uni Hamburg | FB Sozialökonomie | ex-HWP | Von-Melle-Park 9 | Raum S 8

und

warum Israel
Warum Israel (Originaltitel: Pourquoi Israel)
1972, 185 min., von Claude Lanzmann
am 25.10. um 15 Uhr im B-Movie (Brigittenstr.)