In den Tod geschickt.

Die Deportationen von Juden, Roma und Sinti aus Hamburg 1940 bis 1945

Eine Ausstellung von Linde Apel

im Auftrag der Behörde für Kultur, Sport und Medien, in Zusammenarbeit mit der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg und der KZ-Gedenkstätte Neuengamme

20 Deportationstransporte in den Jahren 1940 bis 1945 prägen heute das Erinnern an den ehemaligen Hannoverschen Bahnhof. Denn mit ihnen wurden 7692 Juden, Roma und Sinti aus Hamburg und Norddeutschland in die Ghettos und Vernichtungslager Ost- und Mitteleuropas verschleppt – für die allermeisten ein Weg in den Tod. In seiner 137-jährigen Geschichte auch als gewöhnlicher Personen- sowie als Auswanderer- und Güterbahnhof genutzt, symbolisiert der im Osten der neu entstehenden HafenCity gelegene Ort die historische Nähe von Normalität und Barbarei wie kaum ein anderer in Hamburg. So sorgten nicht nur nationalsozialistische Überzeugungstäter, sondern auch zahlreiche willfährige Mitarbeiter von Behörden, Institutionen und Privatunternehmen für den reibungslosen Ablauf der Deportationen. Die „Volksgemeinschaft“, die davon in vielerlei Hinsicht profitierte, sah überwiegend weg.

Mit der Ausstellung gedenkt Hamburg der Verfolgung von Juden, Roma und Sinti erstmals gemeinsam. Audio- und Videointerviews, bislang unveröffentlichte Schriftstücke und Fotos, darunter viele aus Privatbesitz, sowie die vollständig präsentierten Deportationslisten geben Opfern, Tätern und den vielen Beteiligten am Massenmord ein bedrückendes Gesicht.

Kunsthaus Hamburg · Klosterwall 15 · 20095 Hamburg
Tel: 040. 33 58 03
Öffnungszeiten: Di-So 11-18 Uhr
Eintrittspreise: 4 Euro, Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre frei
Führungen für Schulklassen: 20 Euro
Anmeldung für Führungen (Museumsdienst Hamburg): Tel: 040. 428 131-0

Vortragsreihe zur Ausstellung in der Talmud-Tora-Schule, Jüdisches Gemeindezentrum

Donnerstag, 19.02.09, 19 Uhr
Nach Theresienstadt deportiert
Esther Bauer-Jonas im Gespräch mit Herbert Enge

Donnerstag, 26.02.09, 19 Uhr
Die Deportation der deutschen Juden 1941-1945: Pläne, Initiativen, Praxis
Prof. Dr. Michael Wildt: Die Entscheidung zur Deportation der deutschen Juden im Herbst 1941
Dr. Linde Apel: „Hier war doch alles nicht so schlimm.“ Die Hamburger Deportationen aus Sicht der Opfer, Täter und „bystander“

Donnerstag, 05.03.09, 19 Uhr
Die Reaktionen der betroffenen Juden und der nicht-jüdischen deutschen Bevölkerung
Dr. Beate Meyer: „Ihre Evakuierung ist angeordnet“. Reaktionen und Handlungsmöglichkeiten einzelner Juden und der Reichsvereinigung der Juden in Deutschland
Dr. Frank Bajohr: Vom antijüdischen Konsens zum schlechten Gewissen. Die „Volksgemeinschaft“ und die Deportationen

Donnerstag, 12.03.09, 19 Uhr
Die Verfolgung der Roma und Sinti
Prof. Dr. Wolfgang Wippermann: Wie die Juden? Der Genozid an den Roma und Sinti in Geschichte und Geschichtswissenschaft
Ulrich Prehn: Die Deportationen von Roma und Sinti aus Hamburg. Der Beitrag von Tätern und Tatgehilfen und die Erinnerungen der Opfer

Donnerstag, 19.03.09, 19 Uhr
Nach Auschwitz deportiert
Walter Stanoski Winter im Gespräch mit Karin Guth

Donnerstag, 26.03.09, 19 Uhr
Das Schicksal der Deportierten an den Deportationsorten
Dr. Andrea Löw: Deportierte Juden im Ghetto Litzmannstadt. Lebensbedingungen, Selbstwahrnehmung, Verhalten
Robert Kuwalek: Das Vernichtungslager Belzec im Jahr 1942

Donnerstag, 02.04.09, 19 Uhr
Die Täter
Jürgen Sielemann: Betrachtungen über die Hamburger Hauptverantwortlichen für die Deportationen
Jochen Kuhlmann und Dr. Udo Löhr (Oberstaatsanwälte i.R.) im Gespräch mit Ulf Bollmann (Staatsarchiv Hamburg) über die Aufarbeitung der NS-Verbrechen an den aus Hamburg Deportierten

Montag, 06.04.09, 19 Uhr
Nach Belzec deportiert
Angelika Weiß, ihr Sohn Matthäus Weiß und Karl Heinz Weiß im Gespräch mit Dr. Sabine Bamberger-Stemmann

Donnerstag, 23.04.09, 19 Uhr
Die Deportationen in Historiographie und Erinnerungskultur
Dr. Nicolas Berg: „Der verwaltete Mensch“. H.G. Adlers und die frühe Holocaustforschung
Dr. Harald Schmid: Die Deportationen und die Hamburger Erinnerungskultur nach 1945

Veranstalter der Vortragsreihe:
Landeszentrale für politische Bildung, Hamburg, in Zusammenarbeit mit Behörde für Kultur, Sport und Medien, Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg, Hamburger Institut für Sozialforschung, Institut für die Geschichte der deutschen Juden, Jüdische Gemeinde Hamburg, KZ-Gedenkstätte Neuengamme, Rom und Cinti Union

Veranstaltungsort:
Talmud-Tora-Schule – Jüdisches Gemeindezentrum, Grindelhof 30, 20146 Hamburg
Eintritt: frei

Wir bitten, zur Einlasskontrolle Ihren Pass oder Personalausweis zur Verfügung zu halten.

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