Archiv für Januar 2009

Israel dekonstruieren

Jede Nation und ihr zugehöriger Nationalismus schaffen sich Mythen welche ihr Dasein als nahezu immerdar und natürlich erscheinen lassen. Da bildet nach Arno Widmann in der Frankfurter Rundschau auch Israel keine Ausnahme. Er widmet sich dem Buch „Wann und wie wurde das jüdische Volk erfunden?“ von Shlomo Sand, welches ich nicht gelesen habe, um dessen genauen Inhalt es hier aber auch nicht gehen soll. In diesem Buch wird die banale Erkenntnis erarbeitet, dass es das jüdische Volk als solches nicht gibt. Es gibt keine biologische Kontinuität von der „Zerstörung des Tempels in Jerusalem durch Kaiser Titus im Jahre 70“ bis zur Staatsgründung 1947. Vorher wird auch richtig festgestellt: „Keine der großen Erzählungen über die Entstehung des deutschen, des französischen oder des spanischen Volkes hat der historischen Kritik standhalten können. Die Vorstellung einer über Jahrhunderte sich erhaltenden Identität des Volkes hat mit der realen Geschichte Europas nichts zu tun. Sie ist die Konstruktion der Epoche der Nationalstaaten.“

Doch dann wird hier der gleiche Denkfehler gemacht, welchen auch viele Linke vollziehen. Bei diesen äußert es sich dann so: da es offensichtlich ist, dass es keine Völker gibt, kann die Beschäftigung damit abgeschlossen werden und jeder der noch das Wort Volk im Munde führt ist somit völkisch.

Aber wie es ebenso einfach zu erkennen ist, dass es keine Völker gibt, so einfach ist es eigentlich auch zu erkennen, dass es sie eben doch gibt. Denn wenn sich Millionen von Menschen als solches begreifen, dann wird diese Idee bittere Realität, welche in den Institutionen Staat und Nation auch ihre materiellen Grundlagen haben.

Was als Aufklärende Kritik an nationalen Mythen auftreten könnte gerinnt so zur Ideologie, welche von der nun als Lüge abgeschlossenen Vergangenheit nichts mehr zu wissen braucht. So sagt Shlomo Sand: „Besser als introvertierte Mythen über die Vergangenheit ist ein Mythos für die Zukunft. Der zum Beispiel von einer offenen, fortschrittlichen, nicht nationalistischen, wohlhabenden Gesellschaft. Der Staat Israel, der ja ein Staat aller Israelis ist, sollte auch eine Trauerstunde einführen zum Gedenken an die Vertreibung der Palästinenser.“

Es ist offensichtlich was in seiner Geschichte des „jüdischen Volkes“ fehlt. Es gibt keinen Antisemitismus. Und es scheinen auch nicht die Deutschen Erwähnung zu finden, welche sich durch die Vernichtung der europäischen Juden als Volksgemeinschaft konstituierten und wodurch sich im Gegenzug die Gemeinschaft derer bildet, welche dem Willen der Antisemiten nach in den Gaskammern umkommen sollten. So ist es für einen Juden völlig unerheblich ob er Religiös ist oder an die über 2000 jährige Geschichte des jüdischen Volkes glaubt, solange der Antisemit ihn zum Juden macht und als solchen vernichten möchte.
Oder, wie Ilja Ehrenburg es auf den Punkt brachte: „Ich bin russischer Schriftsteller, aber solange noch ein einziger Antisemit auf der Welt existiert, werde ich mich weiterhin und stolz >Jude< nennen.“

Auch wird suggeriert, der Zionismus würde im Grunde auf dem Mythos der jüdischen Rückkehr nach erez Israel basieren. Auch wenn er sicherlich eine Rolle spielte, gerade wo der Ort der Errichtung Israels für die Zionisten durchaus diskutierbar war. Jedoch wird schon in Theodor Herzls programmatischem Roman Altneuland als ein wesentlicher Grund für die Notwendigkeit der Errichtung eines jüdischen Staates der Antisemitismus genannt welcher in den Gesellschaften in denen Jüdinnen und Juden leben herrscht. Auch die großen Einwanderungswellen nach Palästina gab es nicht dann, wenn sich gerade mal auf die Religion und „prä-nationale“ Mythen besonnen wurde, sondern aufgrund von antisemitischen Pogromwellen.

Es bleibt nur wieder mal festzuhalten, dass wer von Israel redet vom Antisemitismus und der Vernichtung der eropäischen Juden nicht schweigen darf!

hier noch eine weitere Renzension des Buches aus der „Jüdischen Zeitung

How to get a free meal at mcdonalds



How to Get a Free Meal at McDonalds – video powered by Metacafe

gehts noch?

dass es zur Zeit verboten ist mit einer Israelfahne neben einer Demo für „Frieden“ in Palästina zu stehen ist ja mitlerweile bekannt und man gewöhnt sich ja schnell an solch kleine Schikanen. Doch was in Duisburg abging weil jemand zwei Fahnen des Staates Israel jeweils an seinen Balkon und sein Fenster hing toppt das um einiges. Das der Antizionistische Mob ausrastet ist ja kaum verwunderlich, dass die Polizei dann aber in die Wohnung einbricht um die Fahnen zu entfernen schon mehr. Und dass dann noch 2 Stunden später, als die BewohnerInnen der Wohnung zurückkehrten ein Freund einen Platzverweis für die Wohnung bekommt (Geht das überhaupt? In der Wohnung haben die Bullen doch mal so gar nix zu bestimmen!) weil er auf dem Balkon eine Zigarette geraucht hat und noch „Friedensaktivisten“ anwesend waren und ihn als „Scheißjuden“ beschimpften, hat mich doch gerade ein wenig geschockt. Was geht bei den Bullen eigentlich in den Köpfen vor? Ich meine, nicht dass ich mir die Frage nicht auch schon bei anderen Gelegenheiten gestellt habe, aber zu einer Antwort bin ich bisher noch nicht gekommen.
Finde es auch erstaunlich dass die auf der Demo wahrschienlich mehrheitlich anwesenden „Mitbürger mit migrationshintergrund“ scheinbar in den Augen der Polizei mehr sowas sind wie eine Horde Orks, denen es nicht abverlangt werden kann sich damit zu arrangieren dass es auch Israelsolidarische Leute gibt. Oder hat die Polizei so viel Angst vor gewalttätigen Zusammenstößen? Bei jeder scheiß Antifademo werden diverse Hindertschaften angekart um den gefährlichen schwarzen Block in Schach zu halten…. was würde eigentlich passieren wenn öffentlich zu Gegenaktivitäten zu solchen aufmärschen mobilisiert würde?
[source]

„Volksinitiative“ gegen Finanzkapital gegründet

jaja, so ist er. Unser Jürgen.

nachtrag: und vielleicht ist der Jürgen auch demnächst in Hamburg zu sehen. Sogar die Junge Welt hat ihn letztlich rausgeachmissen aber es finden sich immernoch Linke welche seine „Theorien“ für Diskussionswürdig halten… nenene, Sachen gibts.

Fight antisemitism! Support Israel!

Die Kundgebung am nächsten Samstag hat zwar den unsinnigen Titel „Hamburg für Israel“ aber dennoch ist es wohl mehr als Sinnvoll diese durch Anwesenheit zu unterstützen!
Aber als Motto hätte mensch sich doch vllt wirklich etwas sinnigeres einfallen lassen. Da die Hamas-Soli-Demo letztens bis zu 4000 Leute waren und auf der Israeldolidarischen Kundgebung sicherlich nichtmal 400 Leute sein werden hätte „Hamburg für Palästina“ wohl einen höheren Wahrheitsgehalt. Außerdem… naja, egal. Support!:

Israel verteidigt sich derzeit gegen den acht Jahre andauernden Raketenbeschuss durch die Hamas, der auch nach dem israelischen Abzug aus dem Gazastreifens anhält. Nicht alle haben Verständnis für das israelische Vorgehen in der “Operation Gegossenes Blei”. In Hamburg hat sich daher ein Netzwerk gebildet, dass über die Hintergründe der aktuellen Ereignisse informieren will und zu einer Solidaritätskundgebung auf dem Ida-Ehre-Platz in Hamburg am Samstag, den 17. Januar (18.00 Uhr) aufruft.

Solidarität mit Israel – Stoppt den Terror der Hamas
Support Israel to stop Hamas terror

Da der Aufruf nicht allzuviel hergiebt hier noch ein bischen input zu Antizionismus und Israel:
> Aufruf zur Kundgebung in Köln: Solidarität mit Israel!
> Der Hass auf Israel als Verrat an der Aufklärung
> Karl Marx, Israel und die Militanz der Vernunft

Und ich habe mich heute sehr über das Titelbild der aktuellen Jungle World amüsiert.:
Das Jahr der Kartoffel – Deutschland feiert seine Geschichte :)