Archiv für Dezember 2008

die Deutschen im Kampf gegen den american way of life

… und das schon vor 2000 Jahren. Ich habe die Ausgabe des Spiegel zu „Die Geburt der Deutschen“ nicht gelesen (Es geht um die Schlacht beim Teutoburger Wald wo die Germanen die Römer zurückgeschlagen haben wenn ich mich nicht irre), aber die Leserbriefe welche der Spiegel ausgewählt hat zeigen schon etwas wie sich die deutschen und ihr Spiegel sehen:

Transfer in die heutige Zeit: Eine überlegene Militärmacht zieht in ein fremdes Land, um Kultur und Ordnung zu schaffen. Die Einwohner haben keinen Bock auf eine fremde Kultur, verbünden sich und führen mit Erfolg einen Guerillakrieg.
Fazit: Moralische Überlegenheit kann von technischer nicht besiegt werden.

und

Die Germanen wollten sich nicht von der römischen Dekadenz infizieren lassen und leisteten erbitterten Widerstand. Vergleichbar ist die Situation im Irak: Mann will die Dekadenz des american Way of Life nicht, deshalb der aufopferungsvolle fanatische Widerstand.

und das sind die ersten beiden in der Liste der Leserbriefe. Es verwundert hier schon fast dass nicht auch der deutsche Kampf gegen den american way of Life und gegen die Bolschewisierung vor 70 Jahren erwähnt wird. Also schon vor 2000 Jahren: der Kampf der Völker gegen die Dekadenz. Und die deutschen sehen sich mittendrin.

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doch doch, mich gibts noch. Frohe Weihnachten auch allen.
future of christmas

Friedrich Bierbaum,

Ex-Nazi und ehemals persönlicher Assistent Hermann Görings, leitet in den USA eine der erfolgreichsten Denkfabriken: CRUPP (Center for Research on Urban Policy and Planning), ein Institut, das unmittelbar dem Präsidenten unterstellt ist und ihn in seinen Entscheidungen berät.
Gegen Ende der 70er Jahre häufen sich merkwürdige und unerklärliche Vorfälle, die über das Maß des üblichen Vandalismus hinausgehen, mehr sein müssen als Racheakte von Minoritäten oder Umtriebe Geisteskranker. Öffentliches und privates Eigentum werden vorsätzlich beschädigt, Theater- und Konzertaufführungen gestört, Freizeiteinrichtungen verwüstet.
CRUPP hat die Urheber dieser Krawalle bald identifiziert: Es sind Frührentner und Arbeitslose, deren Arbeitsplätze wegrationalisiert wurden, die zwar gut versorgt sind, aber vor Langeweile umkommen. Und ihre Zahl wächst von Jahr zu Jahr.
CRUPP möchste seine Ergebnisse aber erst veröffentlichen, wenn es auch eine Lösung des Problems anbieten kann, doch dieses erweist sich als vertrackt: Es scheint unmöglich, die tiel eingewurzelte protestantische Arbeitsethik zu beseitigen und Freizeitwerte attraktiv zu machen. Die Leute wollen partout arbeiten. Die Lage spitzt sich zu. Die Präsidentenwahlen rücken näher.

So der Klappentext des Buches „Die Freizeit-Revoluzzer“ von Eric Koch. Kam leider noch nicht zum lesen aber ein Ex-Nazi welcher gegen den Willen zu Arbeiten kämpft hört sich lustig an. :)
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Sie leben!“ ist ein netter Science-Fiction Film aus den 80ern. Folgende Handlung: Die Welt ist so scheisse wie sie halt ist. Die Reichen machen den ganzen Tag die Armen fertig. Warum Gier und Konkurrenz herrschen ist unklar. Bis der Protagonist, Nada ;) , eine Sonnenbrille findet durch welche er erkennen kann, dass seine Mitbürger nicht alles Menschen sind, sondern zum Teil ausserirdische Monster. Und diese Unterwerfen nämlich die Menschheit, und durch Medien und Fernsehen verbreiten sie unterbewusste Nachrichten wie „Gehorche“ und „Konsumiere“ und ähnliches. Er startet dann aber den gegenschlag und bringt die ganzen Ausbeuterschweine um und schickt auch gleich noch ein paar Kolaborateure ins Jenseits. Am Ende opfert er sich und zerstört den Supergehirnmanipulator der Aliens, so dass diese nun nicht mehr unentdeckt unter Menschen wandeln können. Da hörts dann auf. Vielleicht finden Menschen und Aliens sich dann ja doch ganz nett und wohnen einfach zusammen. Oder die Menschen veranstalten eine große ethnische Säuberung. Oder die Aliens bekommen verstärknug ausm All und die Unterdrückung geht dann weniger subtil von statten.
Naja, mich erinnerte die Erklärung für die Übel dieser Gesellschaft stark an das Video welches ich mal auf Youtube gesehen habe, wo Aliens welche als Geschäftsleute verkleidet waren auf die Erde kamen und Banken und Zinsen einführten um die Menscheit zu unterdrücken. Ich denke eine gewissen nähe zu antisemitischen Erklärungen für die Übel der Welt ist nicht zu übersehen.
Ich hatte bei dem Film jedoch nicht den Eindruck als wollte wirklich Gesellschaftskritik geübt werden, sonern einfach ne funky story erzählt.
Besonders unterhaltsam ist übrigens eine bestimmt 10 Minuten lange Szene in welcher Nada seinen Kumpel durch eine tracht Prügel überzeugen möchte die Brille auch aufzustzen. :)
sie leben!
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Nun noch eine schlechte Nachricht: Bad Weather hat nun wohl das zeitliche gesegnet. Es wurde schon länger Still um diese kommunistische Antifagruppe aus Hamburge. Nun ist ihre Seite down. Ich hätte gehofft es kommt wenigstens noch eine nette Auflösungserklärung aber naja… hatten wohl nichts zu ihrer Auflösung zu sagen.
keep it real!
peace!

01 Dezember und linke Interventionisten

Und habt ihr auch alle schön euer erstes Türchen geöffnet? Ich schon. Hatte noch überlegt aus meinem Weblog einen virtuellen Adventskalender zu machen und die blogosphäre jeden Tag mit einer netten Überraschung zu beglücken. Aber da mir die Idee erst gestern Abend kam und ich erst ein Präsent im Hinterkopf hatte habe ich die Idee wieder verworfen. Hoffe ihr lieben lesenden steht dennoch nicht ganz ohne tägliches Geschenkchen da…

Aber folgend gibts zumindest den Inhalt des ersten Türchens:
komm doch herein
Hier gibt es einen Vortrag von Hans-Georg Backhaus zu „Adorno und die metaökonomische Kritik der positivistischen Nationalökonomie“ zum download.
Habe bisher nur kurz reingehört und kann deswegen nicht viel zu sagen aber scheint mir recht interessant zu sein. Also viel spass damit!
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Ich habe heute mal wieder ein Flugblatt von der interventionistischen Linken (IL) gelesen. Dort stellen sie die „K-Frage“. Es geht ihnen um eine „Debatte über Krise, Krieg, Kapitalismus – und über ein kommunistisches danach.“ Und am Ende beschreiben sie ihr anliegen als eine vielfältige gemeinsame Praxis „für eine befreite Gesellschaft, weltweit, für alle.“
Doch wie hier so revolutionär auf das ganz andere verwiesen wird, kommt am ende doch nur verbalradikaler Reformismus raus.
Am besten gefällt mir folgender Part: (es geht um die Krise)

„Hier greift eine Kritik zu kurz, die jetzt nur auf mehr Regulation, Finanzaufsicht und eine Einhegung der internationalen Finanzmärkte setzt.
[…blablabla…]
Auf den Punkt gebracht: Statt den Banken unser Geld hinterher zu werden, muss der gesamte Finanzsektor vergesellschaftet und unter demokratische Kontrolle gestellt werden.“

Und später wird dann noch Mindestlohn, Arbeitszeitverkürzung und bedingungsloses Existenzgeld gefordert.
Und dass aus dem durch die Krise (möglicherweise) erschütterten alten Bewusstsein über die Gesellschaft nicht zwingend eine emanzipatorische Kritik der Gesellschaft erwächst wird Pflichtschuldig anerkannt. Aber auch da ist die IL ja nicht untätig: Sie haben ja auch gegen den Anti-Islamisierungskongress in Köln demonstriert und Mobilisieren ja auch gegen den Naziaufmarsch in Dresden 2009. Dort spielen sie aber auch brav das Spiel mit und trennen zwischen dem guten und ehrlichen Gedenken der Dresdener Bürgerinnen und Bürger und den pösen Nazis.
Phex und die IL werden wohl weiterhin getrennte Wege gehen…