Archiv für Oktober 2008

Flagge zeigen! gegen Antizionismus, Rassismus und deutsches Gedenken!


Erklärung zu den Vorfällen auf der Demonstration
am 3. Oktober 2008 in Hamburg


FLAGGE ZEIGEN?!

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Ich lese ja nicht so häufig Tageszeitungen, aber es gibt doch wenn ich es tue immer wieder interessante widerlichkeiten zu erfahren.
Die Proteste gegen den Bau des Kraftwerkes in Moorburg konnten ihn nicht verhindern. Nun regt sich Protest von anderer Seite. Der Bau des Kraftwerkes benötigt eine große Anzahl von Speizialisten. Und da es davon nicht genug in Deutschland gibt wird von den 3000 Arbeitern der überwiegende Teil eben im Ausland angeheurt. Und daraus folgt „das Problem“.
Es sollten 100 rumänische Spezialisten in ein Haus in Marmstorf ziehen. Doch der „CDU-Chef“ Bliefernicht befand: „Diese Leute passen nicht hierher.“ Sie sollten erst in eine abgelegene Bruchbude abgeschoben werden, können nun aber doch in dem vorgesehenen Haus bleiben. Unter Auflagen. Zum Beispiel muss es unter den Bauarbeitern eine deutschsprachige Vertrauensperson geben welche Disziplinarmaßnahmen verhängen darf. Irgendwie muss wohl der wilde Slawe im Zaum gehalten werden.
Dass dies rassistische kackscheiße ist bedarf wohl keiner weiteren Erläuterung. Das erkennt auch (sogar?) der Kommentator im Hamburger Abendblatt: „Zur Erinnerung: Vor der Sommerpause hat sich die Bezirksversammlung in einer Resolution einstimmig von „jeglicher Form der Fremdenfeindlichkeit“ distanziert. Eine „weltoffene und gastfreundliche Grundhaltung“ gehöre zu den „Grundpfeilern und Erfolgsfaktoren unserer gesamtstädtischen Identität“.“
Aber in der Marmstorfer CDU hat sich der dumpfe Rassissmus wohl gegen die elegantere Form, der unterscheidung in nützliche und unnütze Gäste(!) wie sie in der Resolution der Stadt nahegelegt wird, geltung verschafft.
Hier der Artikel
Hier der Kommentar
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Termine:
(wo Phex aufgrund von Zeitmangel und Überschneidung leider nur z.T. anzutreffen sein wird)

Mahnwache anlässlich des 70. Jahrestags der Reichspogromnacht
Donnerstag, 6. November 2008, 15.30 – 17.00 Uhr
Joseph – Carlebach – Platz (Grindelhof)
Veranstaltet von VVN-BdA, Universität Hamburg und Jüdische Gemeinde Hamburg

Staatsbürger ohne Uniform
Informationsveranstaltung zum Berufsbild des Gedenksoldaten mit Günther Jacob
Donnerstag, 30. Oktober 19:30
Kölibri, Hein-Köllisch-Platz 12
Denke und Hoffe, dass wird eine sehr interessante Veranstaltung. Bei Riotpropaganda gibt es in verschiedenen Beiträgen (#1 #2 #3 #4) die Hintergründe und Erklärungen zu dem Guide, welcher Berufssoldat der Bundswehr ist, ganz gut Gesammelt. Es sei hier auch nochmal auf den Text „Über den Umgang der Antifa mit deutscher Gedenkpolitik“ der Gruppe against! verwiesen.
Leider verpasst mensch durch den Besuch dieser Veranstaltung eine andere welche zwar nichr unbedingt Erkenntnisse, aber dafür sicherlich enternainment verspricht:
Justus Wertmüller zu Der größte Kommunist im ganzen Land – Ein Nachruf auf Hermann Ludwig Gremliza und die deutsche Linke

Dialog?

Weltgeist: Hallo Phex.
Phex: Oh, hallo Weltgeist. Wie geht’s?
Weltgeist: Naja, läuft. Und bei dir? Was machst du heute noch so?
Phex: Joa, alles geht so seinen gang. Habe meine Weihnachtssaison dieses Wochenende mit einer leckeren Tüte Erdnüsse begonnen. Finde es ganz erstaunlich, dass ’ne Tüte das ganze Jahr über mehr als 2 EUR kostet und dann plötzlich nur noch 80 Cent. Aber lecka lecka.
Und heute Abend gehe ich auf ein Konzert.
Weltgeist: Erdnüsse sind nicht so mein Fall. Habe eine Allergie. Auf was für ein Konzert gehst du denn?
Phex: Heute Abend spielen Sabaton!
Weltgeist: Sabaton? Ach, von denen habe ich bei dir schonmal gelesen glaube ich…
Phex: Jepp. Und die haben ‚n neues Album und sind auf Tour. Hatte erst die Befürchtung, dass auf diesem Album nicht mehr so schön viel gegen Nazis gesungen wird, aber was ich so gelesen habe handeln wieder viele Lieder von Schlachten im 2 Weltkrieg und die Nazis verlieren natürlich immer. Wie in diesem Lied zum Beispiel:

Weltgeist: hm… Metal ist nicht so mein Fall… so vulgär… wir kommen heute irgendwie nicht so auf einen Nenner.
Phex: Irgendwie nicht. :)
Weltgeist: Nun denn mein Guter, werd dann mal weiterschauen was der Rest der Welt so treibt.
Phex: Okay. Hab‘ auch noch ein bißchen kram zu erledigen. Mach dir noch ’nen schönen Sonntag und bis denn…
Weltgeist: Jo, bis dennemanski! ;)

3. OKtober-Demo 08 in HH

Angriff auf Israelsolidarische Antifas
nicht wirklich weltbewegend aber mal wieder bezeichnend für die Zustände in der Hamburger Linken. Und als schlimmer, als dass sich Antizionisten auf eine mittelmäßige Demo begeben und dort rumstressen, empfinde ich das nichtverhalten des Demonstrationsbündnisses.
save israel
Im folgenden die Presseerklärung des BAK Shalom:

Übergriff auf israelsolidarische Gruppe bei Hamburger Demonstration am 03.10.2008

Am Rande der Demonstration gegen die Einheitsfeierlichkeiten kam es in Hamburg zu einem körperlichen und verbalen Übergriff auf Mitglieder des BAK Shalom und anderer israelsolidarischer Gruppen. Demonstrationsteilnehmer aus dem Umfeld des sich „antiimperialistischen“verstehenden Stadtteilzentrum, der B5, attackierten einen Träger der Israelfahne zunächst mit Beschimpfungen. Als die israelsolidarische Gruppe erklärte, dass die Fahne des jüdischen Staates eine symbolische Konsequenz der deutschen Geschichte ist und diese nicht einrollen wollten, griffen mehrere Personen die Gruppe an und versuchten die Fahne zu zerreißen.

Dabei kam es zu Tritten und Schlägen durch die „Antiimperialisten“.

Nur durch das Einschreiten einiger solidarischen Personen konnte Schlimmeres verhindert werden.

Christin Löchner, Bundessprecherin des BAK Shalom, die selbst den Übergriff miterlebt hat, kritisiert auch die Veranstalter_innen: „Es ist mir unverständlich, wieso sich im Vorfeld der Vorbereitungen dieser Demonstration nicht über die bekannten Problematiken verständigt wurde. Es ist offensichtlich, dass sich das Bündnis den Debatten darüber entzieht, dass Israel als unentbehrlicher Schutzraum für jüdische Menschen und folglich als historische Notwendigkeit existieren muss.“

Der BAK Shalom kritisiert aufs Schärfste, dass die Angreifer geduldet werden.

Der BAK Shalom lehnt die Zusammenarbeit mit antizionistischen und israelfeindlichen Gruppen ab, da Israel nicht irgendeine Nation unter vielen ist, sondern nach Jahrhunderte langer Ausgrenzung, Unterdrückung und Verfolgung, eine zwingende Notwendigkeit ist.

Ein Angriff auf die Fahne Israels stellt für uns ein Symbol dar, das sich bewusst gegen emanzipatorische Positionen von Individualismus und Freiheit stellt und negiert.

Hamburg, den 4.10.2008

via

die Demo war ansonsten nicht sonderlich spektakulär… hätte gehofft dort auf ein angenehmeres Publikum zu treffen aber es kamen doch eher die üblichen verdächtigen inklusive aller unsympathischer zugehöriger zusammen…