Archiv für Juli 2008

Realität ist nur Krampf, im Klassenkampf!

Gerhard Hanloser, eifriger Kritiker der Antideutschen, hat mal wieder ein Büchlein geschrieben, zusammen mit Karl Reitter. Es heißt „Der bewegte Marx“ und in diesem geht es um eine andere Lesart von Marx, „die nicht auf der zirkulationsmarxistischen Ebene der Tauschverhältnisse verbleibt, sondern bis zu den Bedingungen der Produktion und des Klassenkampfes vordringt.“ Ersteres wird der Wertkritik gelegentlich vorgworfen (Ich gehe davon aus dass Zirkulationsmarxismus und Wertkritik identisch sind?) .
Auf der Seite des Unrast Verlages ist auch eine Leseprobe, durch welche mensch sich eine Eindruck machen kann was einem in dem mit 64 Seiten nicht gerade dicken Buch erwartet. Ich habe es zwar noch nicht gelesen (was ich da es nicht so dick ist aber vllt nochmal nachholen werde), werde mich aber an einer kurzen Kritik der von mir angenommenen Intention des ganzen versuchen.
Es macht den Eindruck, als solle der Klassenkampf in der Theorie gerettet werden um ihn in der Realität wieder herzustellen.
the emotional marx
Nach Hanloser und Reitter ist es ein „Fehlurteil“, dass der Kapitalismus „über den Warentausch vergesellschaftet“ sei. Und „erst der Perspektivwechsel zur Produktion und zum Klassengegensatz enthüllt die konstituierenden Elemente des Kapitalismus: Gleichheit und Freiheit schlagen um in Ungleichheit und Gewalt, der Äquivalententausch in die Aneignung unbezahlter Mehrarbeit, die Statik der Zirkulation in die Dynamik der Produktion. Erst im Zuge dieser Analyse entfaltet Marx die Begriffe Kapital und Proletariat. Die kapitalistische Produktionsweise in »reiner Form« analysiert, erweist sich als Darstellung einer reinen Dynamik. Die in sich ruhende, negative Vergesellschaftung, wie sie sich auf der Zirkulationsebene zeigt, schlägt in die irreversiblen Prozesse der Entwicklung der Produktivkraft und der Reduktion der notwendigen Arbeitzeit um.“
Damit ist das Proletairat gerettet und der Klassenkampf kann losgehen. Ich denke abgesehen von theorischen Unterschieden oder Schwerpunktsetzungen liegt ein Fehler in der Betrachtungsweise der entwicklung der Wertkritik durch die Autoren. Ich nehme mal an (schliesze mal von meiner Entwicklung auf die anderer), dass am Anfang die Festellung stand, dass das Proletariat vollkommen in die Bürgerliche Gesellschaft integriert ist, kaum Klassenkämpfe im kämpferischen Sinne stattfinden und wenn sie es doch tun sie keinerlei über die Verhältnisse hinausweisenden Charakter haben. Auch zeigt eine beschäftigung mit der historischen Arbeiterbewegung, wie sehr sie im bürgerlichen Denken verstrickt war. Und wenn mensch das auch wahrnimmt, stellt sich die Frage nach dem Warum. Und dann ist es nicht weit zu Ideologie, Fetisch, Ware, Wert, Arbeit und dem ganzen „Zirkulationsmarxistischen“ kram.
Es ist also nicht so, dass der Zirkulationsmarxismus „die Bedingungen und Möglichkeiten für emanzipatorisches Handeln theoretisch“ abschafft weil „der Klassenkampf […] zum systemimmanenten Binnenverhältnis des Kapitalismus.“ erklärt wird, sondern es sind Erklärungsversuche für die Beobachtung, dass Klassenkämpfe systemimmanent sind.
Auch wenn Hanloser und Reitter den Zierkulationsmarxismus theoretisch in der Luft zerfetzen würden und alle ihre „Gegner“ das weite Suchen würde, der Klassenkampf würde keine renaissance erleben und uns dem Communismus nicht näher bringen…

Von Reitter gibt es in den Grundrissen auch eine kritik am „Kapitalismus ohne Klassenkampf“ in Heinrichs „Einführung in die kritik der politischen Ökonomie“ und darauf gibt es eine sehr lesenswerte Antwort von Michael Heinrich. Dort kann auch die von mir oben ausgesparte inhaltliche Kritik an der Fixierung auf die Klasse und den Klassenkampf nachgelesen werden.

und weils passt:
Mané zu Klasse und Klassenbewusstsein
Bei Dünnes Eis gibt es 8 Stunden Kapitalismuskritik. Eine Sammlung von Vorträgen von Michael Heinrich, unter anderem zu „Klassen und Klassentheorie“ welchen ich jedoch noch nicht gehört habe und nix zu sagen kann.

zum schluss ein paar Worte von Günther Jacob:

Die Pointe am Kapitalismus ist, daß unter den von ihm gesetzten Umständen bewußt handelnde, mit Willen und Verstand ausgestattete Personen aufeinanderprallen wie die Atome im Elektronensynchrotron und dabei etwas Neues, ein Resultat, erzeugen, das die so alle nicht gewollt haben. Jeder wollte nur sein kleines Glück machen, und alle ließen sich dazu etwas einfallen: einen Halbtagsjob, ein neues Produkt, eine geschickte Geldanlage . . . Und am Ende gibt es dann neben all dem noch überschüssige Arbeitskräfte, anlagesuchende Geldmassen, Atomkraftwerke, Waffenexporte, schlechte Zeitungen und überlastete Psychiater

Whisky statt Vodka

eigentlich wollte ich jetzt Freitag Vodka trinken, aber als ich heute auf MTV folgendes Musikvideo gesehen habe überkam mich das Gefühl dass ich lieber Whyski trinken will…

obwohl ich weder Lied noch Video ausgepprochen gut finde…
whisky
lol, bei google Bildersuche gleich dieses Bild gefunden und der Ranchwood Bourbon war auch der an den ich für mich gedacht hatte. Meine Preisklasse. Vom Discounter um die Ecke! :)

und zum schluss noch ein guter Rat von Kid Rock.

über ein „als links getarntes rechtsextremes Netzwerk“

„Da die Arbeit der israelischen Geheimdienste strengster Geheimhaltung unterliegt, lässt sich über eine Verbindung des Mossad zu Antideutschen nur spekulieren.“
einfach wunderbar! :D

bei Zweitausendeins und bei Steinbergrecherche gibts nocht mehr zum Protestbrief von Bad Weather und der Hamburger Studienbibliothek gegen die Vorführunf des Films „unter flascher Flagge“ im Kölibri.
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und ich finde das Cover von diesem demnächst erscheinenden Buch cool! :)
Kritik der Waffe verschanzt sich hinter Waffe der Kritik
Und ich hoffe dass dieses Buch dann auch wirklich mal dieses Jahr erscheint… lässt ja schon ein wenig auf sich warten…

Gegen Staat, Papst und Vaterland!

die Überschrift hat nicht wirklich was mit folgendem zu tun, aber mir fiel keine ein und als ich mich in meinem Zimmer umschaute fiel mir der schöne Spucki mit obigen Sprüchlein drauf ins Auge…
es folgen nun interessante mehrtägige Veranstaltungen in näherer und fernerer Zukunft auf welchen ich aber leider nirgendwo anzutreffen sein werde glaube ich… aber will das hiermit mal supporten… als ob meine klugen und informierten Leserinnen und Leser das nicht alles schon selber mitbekommen hätten…

destroy all nations
Ferien von Deutschland machen…. Sommercamp gegen Kapital und Nation. Schon übernächste Woche… interessante Vorträge/Seminare… aber: das Boot ist voll. Keine Anmeldung mehr möglich!

Sommer Sonne Antifa^8
an Themen ist ja alles vorhanden, aber macht den Eindruck dass es mehr Einführenden Character hat das ganze. Ist außerdem weit weit weg… hoffe dass die interessantesten Vorträge wieder als Audiodateien zu finden sein werden. Geschichte der Antifa, Kritik vulgaerantideutscher Positionen, Arbeiterlieder, Linksextremismus in Deutschland 1918-23 und die abschlißende Podiumsdiskussion zu kommunistischer Kritik und Praxis (Arbeitstitel) würde ich mir schon gerne anhören.

Antirassistisches Camp vom 16. bis 24. August 2008 in Hamburg
soll nicht unerwähnt bleiben. Im Aktionsplan finden sich zum Beisipel Protest gegen Abschiebungen und ein besuch bei Frontex. Dort wird Phex sicherlich mal anzutreffen sein und es wird wohl auch eine Infoveranstaltung zu folgendem geben…

Im Zusammenhang mit den Protesten gegen die von pro Köln initiierte Anti-Islam Konferenz in Köln wird es dort vom 5.-7.September eine Konferenz geben welche Kritik am Islamismus und Rassismuss und ihr Verhältnis zueinander zum Thema haben wird. Veranstaltet wird diese vom Antifa AK Cologne. Hört sich soweit finde ich recht spannend an und es ist ja auch weiterhin relativ ungeklärt wie mit den Themen umgegangen wird ohne entweder das eine oder das andere runterzuspielen und zu relativieren.
Kann mir zwar nicht vorstellen dass dort zu einer Lösung gefunden wird, aber ist ein guter Ansatz.
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In Berlin wird ja zum Hass auf Yuppies aufgerufen, Hamburg ist bemüht mitzuhalten. Heute ein Flugblatt von www.schanzenturm.de zu gesicht bekommen, wo die letzte Forderung heisst: „Yuppies mit euren Edelschlitten verpisst euch aus dem Schanzenviertel!“
Auch der Vorangegangene Teil strotzt nur so vor radikaler Analyse und Kritik!!!
Der Titel des Flugblattes ist auch in guter populistischer Manier: „Wir haben die Schnauze voll“
Obwohl es sich echt so anhört als würde das Schanzenviertel ganz schön hässlich werden… also rein von der architetktur her zumindest.
Und mir kam zu Ohren dass an die S-Bahn Sternschanze demnächst ein Mc Donalds hinkommen soll. Es sind auch schon einige Protestaufkleber gesichtet worden. Also mir wäre Burger King ja lieber gewesen, die haben wenigstens einen Vegetarischen Burger. Aber mal sehen ob die Linke die Chance Wahrnimmt und gegen die Amerikanisierung der Welt zu Felde zieht… hätte sicherlich einen gewissen entertainment Faktor…

respect the girls!

das neue (naja, eigentlich ists alt) feministische Kampflied!