Archiv für November 2007

anarchie ’07

Die anarchistische Föderation Berlin stellt sich die anarchistische Gesellschaft vor wie ein Team Wissenschaftler auf einer Mars-Kolonie:

Oder werden dort nur äußerst spezialisierte Fachkräfte sein, die ihren Job beherrschen, gern machen und vernünftig zusammenarbeiten? In Teams, die verzahnt miteinander kooperieren, sich nicht gegenseitig behindern? Vernünftige, gewaltfreie Menschen, gewohnt, kritische Situationen mit Distanz zu meistern, Probleme in vernünftiger, sinnhafter Weise zu lösen und Konflikte in gegenseitigem Anerkennen? Die Differenzen aushalten und auf körperliche und mentale Defizite mit Verstand reagieren? Die gleichberechtigt Entscheidungen treffen und tun, was sinnvoll ist, nicht was ihnen wer befiehlt?
Das wäre dann Anarchie. Herrschaftsfreiheit.

anarchy on mars
Also ich habe mir Anarchie immer anders vorgestellt als einen haufen Wissenschaftler die jeden morgen lächelnd zur Arbeit tanzen und gewissenhaft ihren Job machen. Überhaupt dachte ich immer, dass „Jobs“ zu dem Teil dieser Gesellschaft gehören, welche abgeschafft werden sollen.
Und auch kritisiere ich die kapitalistische Gesellschaft doch nicht wegen magelnder effizienz, wie es bei ihnen den Anschein macht.
naja… aber die anarchistische Föderation hat bei mir bis jetzt eh keine guten Eindrücke hinterlassen… ich glaube eine kritische Auseinandersetzung mit dem Anarchismus ist schon sinnvoll, auch wenn das meiste wohl verworfen gehört und nur historisch interessant ist.
Aber leider begnügen sich die meisten AnarchistInnen damit die drei Klassiker Proudhon, Bakunin und Kropotkin (welche sich eigentlich gegenseitig ziemlich widersprechen) hochzuhalten.
Außnahme ist wohl der Postanarchismus, mit welchem ich mich noch nicht wirklich befasst habe (Habe aber noch ein Buch auf meinem leider meist nicht schrumpfenden sondern wachsenden noch-zu-lesen-stapel).

Und hier kann mensch ihre „Hymne fürs 21. Jahrhundert“ hören. naja….
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Und dann sei noch kurz auf die 140 Jahre Kapital Tagung der Masch hingewiesen. Die Referenten sagen mir zum Großteil nix, aber die Titel der Veranstaltungen hören sich schon interessant an. Und von Nadja Rakowitz wollte ich schon länger mal eins ihrer Bücher lesen.
Leider bin ich an dem WE aber nicht in Hamburg weil ich Egotronic hinterherreise! ;)
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und noch etwas, habe gerade Entdeckt dass es eine sogenannte „Antifa-Debatte“ bei einigen liberalen Bloggern gibt. Habe da nur ein paar Sachen kurz überflogen, aber dieser Beitrag verdient es dann doch gewürdigt zu werden.
Vielleicht war vor ein paar Jahren ja Antifa wirklich noch anders oder ich verkehre in den „falschen“ Kreisen, aber was Herr Holmes da herbeihalluziniert ist echt absurd.
Oder er bringt da was durcheinander und war früher nicht wie er sagt in „der Antifa“ sondern bei irgendwelchen Autonomen Nationalisten. Auf jeden Fall schreibt Herr Holmes, dass es zum größten Hobby von Antifas gehört Listen anzufertigen. Und auf denen „stehen nicht nur ortsbekannte Neonazis drauf. Da stehen dann – je nach Geschmack – auch die Namen einer Menge von konservativen oder liberalen, manchmal auch von grünen oder sozialdemokratischen Politikern, von Unternehmern oder religiösen Führern und natürlich von Aussteigern drauf.“
Denn am Tag der Revolution wird die Antifa durchs Land wüten und alle an die Wand stellen welche nicht Hammer und Sichel auf die Wange tätowiert haben. Klingt da ein bischen paranoia durch?
Er hat wohl sicher recht damit, dass der größte Teil der Antifa kommunistisch, communistisch, oder anarchistisch ist. Aber der Teil der Antifa, welcher unter Kommunismus eine Leninistische Diktatur des Proletariats mit stalinistisch durchgesetzter Zentraler Planwirtschaft versteht ist dann doch eher gering.
Kritik an der Antifa ist ja oft genug bitter nötig… aber doch bitte nicht so ein unfug!
Beim Bad Blog gibts mehr dazu

Miss Mena

we‘re in heaven…

Jürgen Elsässer ist langsam sogar der Jungen Welt zu crass
[source]
Die Antifaschistische Aktion Hannover hat sich gespalten (ich weiss, nicht wirklich spannend…)
[source]
und Phex hat nun auch ein faveicon oben in dem lesezeichen im browser
[merci]

Links und dumm.

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nochmal groß

Glaube dass soll Anti-Antifa-Propaganda sein, aber ich muss sagen ich finde daß sehr ansprechend! :D

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Und ich war heute im Kino und habe mir den Film “Ich habe euch nicht vergessen – Simon Wiesenthals Leben und Vermächtnis” angeschaut. Und kann mich Riotpropaganda nur anschließen, der Film ist echt gut! Nur die viele unterlegung mit so emotioanaler Musik hätte man sich finde ich sparen können, aber ist auch kein wirkliches makel.
ähm, wie sagt mensch noch? … highly recommended viewing :)

september 11th – resistencia

Gestern Abend bin ich in der Ex-HWP auf ein Wandbild gestoßen welches den Massenmord an amerikanischen Zivilisten am 11. September 2001 als Widerstand gegen „Krieg, Profit, Manipulation“ ausgibt.

und den rechten Teil nochmal etwas größer

Zumindest war dies das erste was ich dachte als ich die Auflistung der Worte “ Krieg, Profit, Manipulation, September 11th, resistencia“ gesehen habe.
Ich habe mir natürlich auch Gedanken über andere interpretationsmöglichkeiten gemacht, da das Bild an sich nun nicht unbedingt aussieht wie ein aufruf zu mord und terror. Aber die Worte machen für mich nur so wirklich Sinn, wie ich es oben beschreibe.
Und die Frauen auf dem Bild sehen auch alle eher „exotisch“ aus, und es ist ja in antiimperialostischer logik nicht schwer zu erahnen wer für die Unterdrückung des Trikonts (wofür die Frauen stehen könnten) verantwortlich ist: natürlich alleinig die USA.
Dass ausgerechnet die Frauen in den Vordergrund gestellt werden ist an sich widersinnig, da diese (sofern sie sich nicht dem Schleier und der Scharia unterwerfen wollen) besonders unter islamistischer Herrschaft zu leiden haben.

Im selben Flur in der Ex-HWP, etwa 50 Meter weiter, ist das Selbstverwaltete linke Café Knallhart. Ob von den Aktiven dort das Wandbild noch nicht bemerkt wurde, sie es einfach als ander Meinung verharmlosen, oder ob der Aussage des Bildes in teilen auch zugestimmt wird, kann ich leider nicht sagen.