Fight G8! REVOLUTION!!!!

„Hallo, ich begrüße euch zur Abschlusskundgebung in Heiligendamm 2007. Wir blicken direkt aufs Meer, das Hotel versperrt nicht mehr den Blick aufs Meer.
Die Revolution hat begonnen. Und obwohl es jetzt viel zu tun gibt an dieser Stelle ein kleiner Rückblick: Während wir in Rostock-Laage noch auf die Air Force One und andere Chefs und Chefinnen warteten? heute wissen wir, dass die meisten von Ihnen durch massive Proteste in ihren Ländern gezwungen waren zu Hause zu bleiben? haben wir uns daran gemacht, den militärischen Teil des Flughafens lahm zu legen. Der Versuch der wenigen Delegierten mit Autos durchzukommen, ist an den massenhaften Blockaden auf den Straßen gescheitert.
Da die Bullen sich dabei meist selbst im Weg standen, hatten die Blockierer Zeit, währenddessen die Themen des Alternativen Gipfels auf der Straße zu diskutieren und auch die umliegenden Genfelder gleich zu zerstören. Die Firmen dazu sind unbrauchbar gemacht, die Hotels umgewidmet. Überall in Deutschland brennen die Villenviertel und Bankzentren, denn die Zurückgebliebenen waren nicht untätig angesichts der Bullenabstinenz. Einige erholen sich jetzt auf dem schönen Gelände des Bombodroms, wo ein internationales revolutionäres Hüttendorf entstanden ist. Denn jetzt geht es erst richtig los!“

so stellt sich dir Gruppe P.A.U.L.A. also die Revolution vor. Es ist mal wieder ein schönes Beispiel für die abgründe der Anti-G8-Bewegung. Der Text geht eigentlich noch weiter, aber es folgen nur die üblichen Zusammenhalts- und Mobilisierungsphrasen.
Die „Revolution“ besteht also daraus, keine internationalen Staatschefs mehr ins Land zu lassen und die Villen und Banken abzubrennen?!
Der Kapitalismus besteht also nicht fort aufgrund der gegebenen Produktions- und Verteilungsverhältnisse, sondern weil die faulen Bonzen uns ausbeuten und auf unsere Kosten leben und die Banken durch die Zinsen die natürliche Wirtschaftsordnung sabotieren?!
Es wird mal wieder deutlich was für ein einfaches Bild der Welt diese Leute haben. Der G8 ist das Treffen der grossen ganz Bösen, und wenn dieses Treffen verhindert wird (hallo, jeder weiss das das ding nur symbolisch ist! Es gibt Telefone und so, mensch muss nicht mehr um die halbe Welt fliegen um zu tratschen!) ist die Menschheit der Revolution schon einen grossen Schritt näher!
Dann müssen nur noch die Bonzen gelyncht und ihre Villen verbrannt werden als Mahnung an alle nachkommenden, nicht mehr auf die Idee zu kommen andere Auszubeuten.
Und dass der Zins (aus Geld Geld machen ist ja auch echt irgendwie teuflisch) auch ein ganz Böser ist, müssen die Autor_innen auch nicht näher erläutern. Da findet mensch schnell zustimmung!
wenn das alles so einfach wäre...
Wieso das Hotel in Heiligendamm abgerissen (aus dem Hotel selber ist der Blick aufs Meer bestimmt auch nicht so schlecht) und stattdessen ein internationales Hüttendorf (Krieg den Hütten! Paläste für Alle!) erichtet errichtet werden soll, leuchtet mir auch nicht wirklich ein.

Jetzt werden natürlich alle sagen, „das war ja nur ein bischen witzig gemeint“ und „eigentlich ist das natürlich schon ein bischen komplizierter“ aber wenn sie es schon selber wissen dass es falsch ist (wenn es denn so ist) sollen sie so einen Müll nicht schreiben!
reaktionärer Antikapitalismus lässt grüssen!

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14 Antworten auf „Fight G8! REVOLUTION!!!!“


  1. 1 LetsGo 19. Dezember 2006 um 21:12 Uhr

    LOL. Das ist ja der Hammer. Manchmal lohnt es sich also doch Phex zu lesen um sich nicht nur über ihn/sie zu amüsieren ;)
    Gruppe Paula make my day!

  2. 2 Zinskopf 19. Dezember 2006 um 21:32 Uhr

    Moment mal, wo schreiben die denn was zum Zins?

  3. 3 phex 19. Dezember 2006 um 21:35 Uhr

    tun sie nicht, nur vom Banken verbrennen. Das mit dem Zins ist erstmal nur eine böse Unterstellung von mir.

  4. 4 rocko 19. Dezember 2006 um 23:17 Uhr

    Mal abgesehen von dem ganzen anderem Scheiß den die schreiben, werd ich auf jedenfall zum Konterrevolutionär wenn die Revolutionäre meinen Luxushotels abzureißen um in Hüttendörfern zu wohnen.
    Ich kann ja jeden verstehen der kein Bock hat Miete zu zahlen, aber als revolutinäre Perspektive, brrrrrrrr…

  5. 5 Marx würde sich im Grab umdrehen 20. Dezember 2006 um 2:37 Uhr

    Das ist doch nicht wirklich wahr, was ich da bei Dissent lesen musste, oder? Zwick mich mal irgendwer. IL ist schlimm, aber das toppt ja nochmal alles. Die Revolution durch Heiligendamm, na dann gute Nacht! Schlimmer kann nur noch das Revolutionäre G8 Bündnis der Antiimps aus Lüdenscheid und Duisburg etc. sein. Dichotomie als Erklärungsansatz zur Kapitalismuskritik sux!

  6. 6 worldschmerz 21. Dezember 2006 um 1:31 Uhr

    Hui,
    völlig unreflektierte „spontankritik“ an Verhältnissen die diese menschen offensichtlich nicht verstanden haben.
    Um eine Kritik des Kapitalismus (worauf dieser ganze Anti-G8 Protest ja zumindest behauptet hinauszulaufen) zu üben ist es dan ja doch unabdingbar den Kapitalismus erstmal zu verstehen -> stelle ich jetzt mal als behauptung auf :)
    i think
    Marx würde sich erbrecehn

  7. 7 nada 21. Dezember 2006 um 2:08 Uhr

    @worldschmerz
    „Marx würde sich erbrecehn“
    ja, die ganze zeit

    @phex
    lass mir mal eine mail oder deine icq nummer zukommen, wir müssen da was klären :)

  8. 8 Jakob 21. Dezember 2006 um 14:30 Uhr

    Eine weichgespülte Verballhornung reaktionärer Apokalypsevisionen, würde ich sagen. Darin kommt doch die ganze Absurdität der „Bewegung“ zum Ausdruck: „Wir sind die guten, und irgendwie auch niedlich, aber ein bisschen Militanz muss ja auch sein“. Und das ganze kommt dann so kuschelig rüber, dass dadurch eigentlich jedes Pogrom gleich mitverharmlost wird.

    Nebenbei: Interessant, die Globalisierungsgegner sind jetzt sogar für eine Politik der verbrannten Erde, wenn es darum geht, „Genfelder“ auszumerzen. Jaja, der Genpool unseres Getreides muss sauber gehalten werden …

    au wei, warum hab ich das gelesen. Jetzt bin ich dem Hirnkrebs wieder ein Stückchen näher.

  9. 9 subakut 21. Dezember 2006 um 17:55 Uhr

    da schmeiß ich gleich doch mal wizo – kein gerede in die playlist

  10. 10 AnmerkerIn 24. Dezember 2006 um 13:28 Uhr

    Tut mir Leid, aber das, was ihr hier gerade fabriziert, geht einfach nicht mehr klar!
    Im Kapitalismus sind nicht nur Erscheinungen wie der Arbeitszwang problematisch, auch das, was produziert wird, ist Teil des Problems. Denn zu der Art und Weise, wie im Kapitalismus produziert wird, gehören auch die Produkte. Diese werden – stark vereinfahcend im marxistischen Jargon gesprochen – aufgrund ihres Tauschwertes und nicht aufgrund ihres Gebrauchswertes produziert. Dies ist zutiefst lebensfeindlich: Es führt u.a. zur Zerstörung der Natur, von welcher der Mensch Teil ist, sowie zur Ausbeutung von Tieren(menschlich und nicht-menschlich). Es führt aber auch dazu, dass (gesellschaftlich und nicht individuell) unnötige Güter produziert werden: was heute auch unter Luxus zu verstehen ist. Es werden riesige Gebäude gebaut, die dann von einzelnen Personen bewohnt werden – die sogar teilweise so gebaut werden, dass ein gemeinschaftliches Bewohnen nur schwer möglich scheint.
    Ihr, die ihr ja so gerne von verkürzter Kapitalismuskritik faselt, und dabei die Erscheinungsformen des Kapitalismus verschweigt (Banken, Villen, Luxusgüter, Armut) solltet mal schauen, wie sehr eure Kapitalismuskritik mit liberalen Werten konfom geht (Luxus geil finden z.B.).

    Luxus abschaffen!
    Schluss mit Ausbeutung und unfreien Verhältnissen!

  11. 11 subakut 24. Dezember 2006 um 15:02 Uhr

    @ anmerkerin
    halte doch mal kurz inne und überlege, ob die parole „luxus für alle!“ vielleicht ein weinig dialektisch sein könnte?!

    und sry, mit „selbstkasteiung“ zu einem besseren leben zu gelangen… hmm… haftet da nicht was reaktionäres dran?! (vorsicht polemik!)

    so, gehe gleich los und hol mir hoffentlich ganz viele luxusgüter vom weihnachtsmann ab ;)

  12. 12 AnmerkerIn 26. Dezember 2006 um 2:05 Uhr

    Dialektik trau ich Antideutschen ehrlich gesagt nicht zu. Sorry.
    Wer so undialektisch den Luxus, Weltmarkt, Demokratie und Kapitalismus als einzig waren Fortschritt preist, dem unterstell ich nicht so einfach Dialektik. Gibt keine Anhaltspunkte dafür…

  13. 13 phex 26. Dezember 2006 um 13:59 Uhr

    dir die Dialektik, uns den Luxus! ;)

  14. 14 AnmerkerIn 26. Dezember 2006 um 22:00 Uhr

    Hmm, irgendwie scheint hier ne ernsthafte Diskussion nicht erwünscht zu sein (zum Thema Reflektion).
    Naja, wer über Marx spricht(natürlich nicht ausführlich) und von Dialektik schweigt und dann noch anderen eine halbgare – hier hieß es ja: reaktionäre – Kapitalismuskritik vorwirft… irgendwie ist das lächerlich.

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