Solidarität mit der antiklerikalen Revolution im Iran

Montag, 1. Januar, 15:00 – 16:00 Uhr
vor dem Iranischen Generalkonsulat in Hamburg (Bebelallee 18)

Solidarität mit der antiklerikalen Revolution im Iran
Lassen wir die Kämpfenden nicht allein

Im Iran ist die im Jahr 1979 totalitär aufgezwungene Islamisierung darin gescheitert, aus den Iranern eine einzige „Partei Allahs“ zu machen, die Hezbollah, wie sie Ayatollah Khomeini noch inständig als heiligsten Staatszweck beschwor. Von jeder europäischen Delegation zum Zwecke des „kritischen Dialoges“, inklusive zuvorkommender Haarbedeckung der weiblichen Mitreisenden, bekommen die iranischen Kleriker mehr Hochachtung entgegengebracht als von der iranischen Jugend. In diesen Minuten rufen Protestierende in Qom, der heiligen Kapitale des Klerus und der einstigen Kanzel von Ayatollah Khomeini, Slogans, die unmissverständlich sind: „Wir wollen keine Islamische Republik“ und „Tod der Islamischen Republik“, „Nieder mit Rouhani“ und „Nieder mit dem Obersten Führer“ (Ali Khamenei, dem auch der Slogan „Tod dem Diktator“ gewidmet ist), „Tod der Hezbollah“ und die „Die Kleriker (Akhund) müssen gehen“. Unter diesen und ähnlichen Rufen protestieren sie in nahezu allen Provinzen, im kurdischen Kermanshah, im nordöstlichen Mashhad, in Isfahan, Shiraz und selbst noch im östlichen Zahedan. Die die Straßenränder beherrschenden Banner mit den Porträts des obersten Führers Ali Khamenei und des Staatsgründers Ruhollah Khomeini werden heruntergerissen und verbrannt.

Die deutsche Begründung, man stärke mit dem gepflegten „kritischen Dialog“ die Reformer gegenüber den Fundamentalisten, ist fraglos das Alibi der Komplizen. Aus der Zunahme des Auftragsvolumens für die deutsche oder französische Industrie folgt nicht eine Abnahme der Hinrichtungen – allerhöchstens, wie unter Mohammed Khatami, ein Moratorium über ihre bestialischste Variante, die Steinigung. Noch ignoranter ist es, diese Kumpanei damit zu legitimieren, dass Millionen von regimekritisch gesinnten Iranern den Kleriker Hassan Rouhani zum Staatspräsidenten gemacht hätten. Der als den „Reformern“ freundlich gesinnt geltende Rouhani ist nur das zartere Antlitz ein und desselben Bestie, die mild lächelnde Charaktermaske der iranisch-europäischen Kollaboration, die im beidseitigen Kalkül liegt. Und anders als noch im Jahr 2009 sind die „Reformer“ bei den gegenwärtigen Protesten im Iran nicht nur außen vor, die Slogans richten sich konkret auch gegen sie: in der Person von Hassan Rouhani.

Die mächtigsten Institutionen der Islamischen Republik, diese Apparatur zur systematischen Erniedrigung und Verächtlichmachung des Menschen, sind viel mehr zum Verzicht gezwungen, das repräsentative Amt des Staatspräsidenten direkt an eine der blutrünstigsten Figuren der Islamischen Republik zu übergeben. (Der Gegenkandidat zu Rouhani, Ebrahim Raisi, war im Jahr 1988 einer der vier Exekutoren jener Todeskommission, die den Mordbefehl von Ayatollah Khomeini – „Mitleid mit den Feinden des Islam ist Naivität. Zögern heißt das reine, unbefleckte Blut der Märtyrer zu ignorieren“ – gnadenlos an mehr als 4.000 inhaftierten Oppositionellen in Evin und Gohardasht ausführten.) Was den Fürsprechern des „kritischen Dialoges“ ein Moment demokratischer Teilhabe ist, haben scharfsinnige iranische Oppositionelle als Erpressung längst entlarvt, als taktisches Manöver von Ali Khamenei. Der als Reformer-nah geltende Rouhani war das Kalkül von Ali Khamenei, die Stabilität zu wahren und die von der Islamischen Republik entfremdete Jugend zu besänftigen. Seit der niedergedrückten Erhebung im Jahr 2009 und dem späteren Mandatsende von Mahmud Ahmadinejad galt der Umstand, dass die konservativen Prinzipalisten ihre Kandidaten unmöglich in das Amt des Staatspräsidenten hieven konnten, ohne die brüchige Stabilität zu riskieren; als auch das Verhängnis, dass jeder Protest im Schatten der Ausbalancierung der Rivalitäten zwischen den Staatsrackets verdammt ist zu scheitern. Die europäische Kollaborationspolitik macht aus diesem Dilemma den legitimatorischen Kitt ihres Appeasement. Der Slogan, der in diesen Minuten in Teheran zu hören ist: „Reformisten, Konservative, eure Zeit ist vorbei“, lässt keinen Zweifel daran, dass die Protestierenden dieser Tage eines nicht im Sinn haben: die Ehrenrettung der Islamischen Republik.

Der „Stabilitätsanker“ Iran (Hassan Rouhani) ist allerhöchstens noch einer, weil die deutsch-europäische Beschwichtigungspolitik ihn zu einem macht. Sie ließ es zu, dass der Iran die befriedeten Teile Syriens als ihre inoffizielle „35. Provinz“ (Mullah Mehdi Taeb) einverleiben und den Irak weitflächig infiltrieren konnte. Auffällig in den vergangenen Tagen war auch, dass die alten Männer der iranischen Revolutionswächter sich als Hüter eines muslimischen Jerusalems rühmen, im Iran selbst aber es einzig das ewig gleiche Brüllvieh ist, dass für den Expansionsauftrag der „Islamischen Revolution“ krakeelt. Die „Tage des Zorns“ gingen an den Iranern vorbei und blieben auf die khomeinistischen Satelliten in Beirut, unter Führung der Hezbollah, und dem jemenitischen Sanaa beschränkt. Die Protestierenden in diesen Tagen dagegen fordern einen militärischen Rückzug aus Syrien sowie ein Ende der Finanzierung der Hamas und Hezbollah. Sie sind revolutionäre Hochverräter an der khomeinistischen Despotie. Was das deutsche „Auswärtige Amt“ bislang rigoros ignoriert, ist eine antiklerikale Brotrevolte gegen das islamistische Verelendungsregime, gegen die Tyrannei der Mullahs und ihre militärischen Aggressionen. Lassen wir die Revoltierenden nicht allein!

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Mein vierter und letzter Post in diesem Jahr. Ich spiele immer wieder mal mit dem Gedanken wieder mehr zu bloggen. Vielleicht wird es nächstes Jahr einen neues Blog geben…. die Zeit wird es zeigen.

An dieser Stelle auch allen zufällig doch Mitlesenden einen guten Rutsch!

Öffentlich rechtlicher Antzionismus

Der Antisemitismus ist stärker als ich gedacht habe. Das ist mein Fazit nach der Antisemitismus-Doku die heute Abend im WDR gezeigt wurde. Nicht weil das gezeigte so neu gewesen wäre, sondern die Art und Weise wie die Doku präsentiert wurde. Alleine schon die Distanzierung die vorab gezeigt wurde, so als würde im folgenden die übelste Propaganda gespielt werden. Dann läuft immer wieder der Hinweis auf den Fakten-Check durchs Bild. Die gesamte Glaubwürdigkeit des Films wird dadurch in Zweifel gezogen und die wenigsten werden sich wahrscheinlich die Mühe machen dort auch mal zu lesen welche Fakten vom WDR als fragwürdig Empfunden werden. Dort geht es dann darum ob Richard Wagners Antisemitismus ein rassistischer war, wobei dieser „in der neueren Forschung nun gerade als nicht rassistisch bewertet wird, sondern vielmehr die „Erlösungsidee“ Wagners gegen den damals formulierten Rassegedanken“. Außerdem wird klar gestellt: „Evangelische und Katholische Kirche haben sich längst von antijudaistischen Ressentiments distanziert.“ Wie beruhigend.
Auch die Ehre der Linken wird gerettet, denn diese haben sich, entgegen der Aussage von Grigat, sehr wohl mit dem Faschismus beschäftigt und nicht so getan als wäre wieder 1932. Vielleicht war der Ausschnitt aus dem Interview wirklich zu kurz, aber hätten die Redakteure des Abends sich die Mühe gemacht ihre Fakten zu checken würden sie wissen, dass der Vorwurf nicht ist die Linke würde so tun als hätte es den Nationalsozialismus nie gegeben.
Es geht also im wesentlichen nicht um Fakten die falsch sind, sondern um umstrittene Behauptungen. Und solche sind da um sich über diese zu streiten und nicht um sie als falsche Fakten abzutun.
Es drängt sich also ganz massiv ein Gedanke auf und ich habe mich gewundert, dass Wolffsohn diesen nicht ausgesprochen hatte: die Doku wurde nicht gezeigt, weil ein großer Teil der Entscheidungsträger_innen bei WDR und Arte die Sicht der in der Dokumentation kritisierten teilen.
Das wird unterstrichen durch die Gesprächsrunde bei Maischberger im Anschluss, wo sich die Antizionist_innen, oder Israelkritiker_innen, die Bälle zuspielen können und deutlich die Mehrheit auf dem Platz stellen.
So sieht also die Auseinandersetzung mit Antisemitismus im öffentlich rechtlichen Fernsehen aus. Erschreckend.

Bitte gehen sie weiter…

… hier gibt es nichts zu sehen.

„Tue das Gute um des Menschen Willen“

Zwei schöne Radiosendungen zu Ludwig Feuerbach:

Ludwig Feuerbach, Philosoph (Todestag 13.09.1872)
WDR ZeitZeichen | 13.09.2012 | 14:37 Min.

Die Sozialdemokraten nutzten Ludwig Feuerbachs Beerdigung zu einer „Massendemonstration gegen das Pfaffentum“. Denn der Religionskritiker hatte mit seinem Bestseller „Das Wesen des Christentums“ 1841 für Furore gesorgt. „Der Mensch“, so die Hauptthese, „schuf Gott nach seinem Bilde“, weshalb es auch keinen Schöpfer gebe. Der Skandal befeuerte nicht zuletzt die Revolutionäre von 1848. Doch hielt sich Ludwig Feuerbach selbst mit direktem politischen Engagement zurück – was ihm vor allem die Marxisten postum ankreideten. Autor: Christoph Vormweg © WDR 2012


Ludwig Feuerbach – Der Philosoph, der die Menschen liebte

06.06.2012 | 22 Min. | Quelle: BR

Schon früh musste Ludwig Feuerbach seine Pläne aufgeben, als Professor in München oder Berlin ein finanziell abgesichertes Gelehrtenleben zu führen. Er war den maßgeblichen Männern in Wissenschaft und Politik zu radikal. Autor: Rolf Cantzen

Ludwig Feuerbach

G20 und alle so yeah

Doch je weniger die P̶̶o̶̶l̶̶i̶̶t̶̶i̶̶k̶ Linke und ihr Personal den Menschen in Bezug auf die Lösung der großen Krisen unserer Zeit anzubieten hat, sondern im Gegenteil die Barbarisierung der gesellschaftlichen Verhältnisse weltweit vorantreibt, desto geschäftiger wird politische Handlungsfähigkeit simuliert.

Durch eine kleine Änderung dieses Teils des Kurzaufruf von „…ums Ganze!“ kommt eine sonst im Aufruf unbeachtete Wahrheit zu Tage.



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